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Hamsterrad: Das Schauspiel des Lebens und seine tägliche Wiederholung

Schauspiel des Lebens

Ich begrüße dich in diesem Artikel zu einem Kapitelauszug aus meinem Tagebuch „Mein Leben“, das bald erscheint. Dieser Eintrag ist vom 24.10.2014: Eigentlich war es mein Plan, zuerst den zweiten Teil von „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte“ zu veröffentlichen, aber irgendwie ist der Call und der Flow da, mich zuerst um dieses Buch hier zu kümmern. Dadurch, dass ich hier nicht die Löschen-Taste verwende, ist es auch wesentlich weniger Arbeit in Sachen Aufbereitung und Lektorat. Was da ist, wird höchstens in der Rechtschreibung korrigiert und geht dann in den Druck. Ich muss meine bisherigen Einträge mal durchlesen, und in mich fühlen, ob ich das alles so veröffentlichen will. Wenn du diese Zeilen als gedrucktes oder digitales Buch liest, hab ich mich wohl dafür entschieden.

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Was sind gerade meine Gedanken?

Ich schlürfe erst mal herzlich und genüsslich an meinem Kaffee Americano. Ich bin wieder in meinem „Stammcafé“. Eigentlich wollte ich ein neues Café ausprobieren, das direkt in meiner Straße ist, aber da wird an der Fassade ein Gerüst aufgebaut. Auf diesen Licht- und Ruheverlust hatte ich dann spontan keine Lust. Warum steckt das Wort „Lust“ im Wort „Verlust“? Deutsche Sprache kann manchmal so logisch und tiefgründig sein.

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Meine Gedanken sind: Alles ist eine Endlosschleife. Das Ganze Leben ist eine ständige Wiederholung.

Menschen bewohnen diesen Planeten, bauen Häuser, gehen einer Beschäftigung nach, wollen etwas aus sich machen und sich definieren, jemand sein, sie zeugen Kinder, werden alt, sterben. Das ist jetzt so. Das war vor 10 Jahren so. Das war vor 100 Jahren so und selbst im Mittelalter war das so und bestimmt schon ganz viel früher auch, nur weiß ich nicht, wie man diese Epochen nennt.

Geschichte hat mich nie groß interessiert. Es sind bloße Informationen darüber, wie etwas einmal war. Viel interessanter ist doch das Hier und Jetzt. Was kann ich jetzt auf welche Art und Weise machen, um dieses oder jenes zu erreichen?

Und hier sind wir aber schon wieder im Kreislauf: Etwas erreichen. Warum muss immer etwas erreicht werden? Jeder Mensch in der westlichen Gesellschaft will etwas erreichen. Er möchte irgendwo hin, hat ein Ziel. Und dieses Ziel ist notwendig, damit er einen Sinn in seinem Leben empfindet. Es gibt ihm das Gefühl, dass sein Leben wertvoll und sinnvoll ist, und vielleicht, dass das Leben eines Tages besser sein wird, als es jetzt ist.

Das ist die ewige Illusion. Der Kreislauf, in dem sich die Menschen seit Anbeginn ihres Egos befinden. Sie rotieren. Hetzen von A nach B. Wenn nicht im Außen, dann innerlich.

Was ist, wenn alles, was erreicht werden muss, nicht mehr erreicht werden muss? Wenn alles mal so still steht, wie es jetzt ist?

Wer braucht neue Technologien? Ist unser Leben dadurch wirklich besser geworden? Sind die Menschen heute glücklicher, als die vor 100 oder 1.000 Jahren?

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Es gibt ein Buch in meinem Regal mit dem Titel „Das glücklichste Volk der Welt“. Damit ist ein kleiner Stamm in den Urwäldern Brasiliens gemeint. Allein schon ihre Sprache ermöglicht es gar nicht, irgendwelche Ziele zu haben. Sie haben keine Zahlen oder ähnliches. Wenn die Männer in den Flüssen auf Fischfang gehen und die Frage aufkommt, wie viele Fische bereits gefangen worden sind, kann als Antwort nur „genug“ oder „nicht genug“ kommen. Sie kennen einander und wissen um die Bedürfnisse ihrer kleinen Gesellschaft.

In ihrer Sprache gibt es keine Vergangenheit. Wenn sie erzählen, dann würde ein Fremder meinen, dass es heute oder gestern passiert sein muss. Da sie sich jedoch kennen und erinnern, wissen sie, von welchem Vorfall die Rede ist und wann es passiert war: Irgendwann in der Vergangenheit.

Sie leben im Hier und Jetzt. Völlig im Hier und Jetzt. Sie müssen nicht ständig wachsen, noch mehr Häuser bauen und noch mehr Menschen zeugen. Sie leben im natürlichen Einklang mit der Natur. Wenn ein Mensch alt ist, wenn er krank ist, dann darf er sterben. Sie haften sich nicht an das Leben, so wie wir, wo Menschen jahrelang im Koma liegen und künstlich „am Leben“ gehalten werden. Was ist das für ein Leben?

Die Seele wird dabei förmlich gezwungen, im Körper zu bleiben, wobei sie mit einem Fuß schon längst an einem anderen Ort ist. Wir leben in einer Welt der Materie, in der der Mensch wie eine Maschine gesehen wird: Etwas funktioniert nicht mehr, also benötigt die Maschine eine Reparatur oder ein Mittel, damit sie wieder funktioniert. Willkommen in der Schulmedizin. Neulich war ich schon verblüfft, dass eine Apotheke nun auch mit einer „Treuekarte“ wirbt.

Dass hinter der „Maschine“ ein höheres Wesen steckt, ist etwas, das unsere verkopfte Gesellschaft nach und nach lernt. Wir haben so viel Angst vor dem Tod, wobei er doch nur eine Illusion ist. Die Menschen sind abgeschnitten (worden) von dem tieferen Verständnis über das Leben, und das sorgt für Unglück. Ihnen wurde nur beigebracht, wie man etwas erreicht, um jemand zu sein; wie man das eigene Leben mit nutzlosen Dingen füllt und in der Endlosschleife von A nach B rennt.

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Mich selbst hat diese Sache mit der Endlosschleife, dem Hamsterrad, oder wie man das auch immer nennen möchte, ziemlich zum Denken angeregt. Welche meiner (täglichen) Handlungen sind Teil dieses ewigen Kreislaufes, in dem ich mich einfach nur selbst beschäftige, auf der Stelle trete und nicht wirklich vorwärts komme.

Ich meine, ich kann endlos darüber schreiben, wie man sein Leben „besser“ führt und gestaltet, aber was ist, wenn das Leben nur ein Schauspiel ist? Was ist, wenn ich keine wahre, tiefgründige Veränderung bewirke, sondern nur dafür sorge, dass man an diesem Schauspiel mehr Freude hat und seine Fähigkeit als Schauspieler weiter entfaltet?

Mein spirituelles Tagebuch 2014 Elias Fischer cover

In meinem Tagebuch (2014) findest du meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse zu diesem Thema. Du kannst es hier bestellen:
Mein Leben 2014.

Die Alternative wäre, dass ich mich nur auf das Thema „Erleuchtung“ (siehe auch „spirituelles Erwachen“) fokussiere und nur noch das lehre. Aber dafür muss ich erst mal selbst erleuchtet werden. Ich weiß gar nicht, inwieweit ich das schon bin und wie ich das erkenne. Aber ich weiß – vor allem im Zusammensein mit Alonuschka – dass da noch viele Egostrukturen in meinem Mind vorhanden sind. Sie ist eine weitere Hilfe, mein Bewusstsein zu erweitern, mir selbst bewusster zu werden. Ihr Motto: „Jeder Glaubenssatz ist Illusion.“

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Wer bin ich?

Das ist die Frage, die mich aktuell am meisten beschäftigt. In den einschlägigen Büchern ist immer die Rede davon, dass wir „Nichts und Alles“ sind. OK, hinter meinem Ego, meinem Körper und allem anderen, mit dem ich mich identifizieren kann, steckt also „Nichts“. Ich bin in Wahrheit ein Niemand. Mich gibt es nicht. Alles, was mich in diesem Leben „ausmacht“, ist Teil meiner Rolle als Schauspieler. Nichts davon ist echt oder hat Essenz.

Erleuchtung wäre nun, dies alles bis ins letzte Detail zu erkennen. Die Loslösung von der Materie und dem „Ich“-Gefühl. Mich gibt es nicht. Ich bin nur ein Teil des Absoluten (wie es Matthias Pöhm im Buch „Nichts muss sich ändern“ schreibt), der einen Wahrheit, der Quelle, aus der alles entspringt, die man auch als „Gott“ bezeichnen könnte, wenn man möchte. Zu diesem Thema empfehle ich dir auch das Buch „Verflixte Erleuchtung“ von Jed McKenna.

Aktuell bin ich noch Teil des Schauspiels, oder wie ich es in einem anderen Kapitel in diesem Buch beschrieben habe: „Ich laufe im Kinosaal umher und beobachte das Geschehen.“ Der Gedanke, dass ich „Nichts“ bin, ist bis jetzt noch rein mental. Ich kann dies und den endlosen Frieden nicht über den ganzen Körper mit jeder Zelle fühlen. Erst wenn das eintritt – und ich habe den Verdacht, dass das für mich in diesem Leben noch ansteht – kann ich bei mir von so was wie „Erleuchtung“ reden, falls ich das überhaupt wollte.

Bei diesem Thema gibt es für mich auch kein Ziel, wie das bei anderen vielleicht der Fall ist. Ich genieße mein Leben, mein Schauspiel, meine Empfindungen und die Möglichkeiten, die mir offen stehen. Und mir ist durchaus bewusst, dass meine Schritte in Richtung „komplette Loslösung von der Materie und des Leidens“ gering sind, aber sie sind kontinuierlich und es bereitet Freude.

Die Freude und meine inneren Impulse sind letztlich auch das, nach denen ich all meine Entscheidungen ausrichten kann, die wiederum von der höheren Quelle kommen. Wenn ich also stets auf mein Bauchgefühl höre, brauch ich mir keine Sorgen machen. Daran muss ich mich des Öfteren erinnern.

Die Jazzmusik, die hier im Café gerade angefangen hat zu spielen, gefällt mir. Ich geh mich mal kurz erleichtern.

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Ich möchte nicht in einer ständigen Wiederholung leben. Auch mein Job als Blogger birgt viele wiederholende Tätigkeiten. Es ist also zu hinterfragen, bei allem was ich tue, wozu das führt. Ist es das, was ich gerade wirklich tun möchte oder beschäftige ich mich selbst? Führt es mich zu der Erkenntnis und der der Tiefe, die ich mir wünsche?

Für mich geht es also nicht darum, das Schauspiel des Lebens auszuschmücken, immer höhere Ziele zu setzen und mich wie einen Hamster auf Trab zu halten. Ich ertappe mich schon ab und zu dabei, wie ich mir das auf unbewusster Ebene „antue“. Aber durch ständiges Reflektieren und Meditieren kann ich die Orientierung prüfen und gegebenenfalls korrigieren.

Ich brauche diese tiefen Erlebnisse und Erkenntnisse auch, um die Welt wahrhaftig verändern zu können. Wenn ich über etwas schreibe, was ich nicht selbst mit jeder Zelle erlebt habe, mache ich mir selbst und anderen etwas vor, das bringt also nichts. Wahre Veränderung geschieht durch das Sein, wenn ein Mensch seine Erkenntnis eben mit jeder Zelle seines Körpers ausstrahlt. Und dann steht ein Mensch auch im Interessenbereich von anderen, denn sie wollen das „haben“, was der andere hat, sie wollen da noch irgendwie hinkommen.

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 Aber ich bin jetzt auch am Ende, denke ich. Ich prüfe das und horche kurz nach innen. OK das war’s. Es poppte nichts mehr auf, was raus will. Außer, dass all das, was nur auf Glaubenssätzen beruht, nur eine veränderbare Illusion ist, mit der ich meine Matrix aufbaue. Vielleicht werde ich beizeiten was daran ändern. Jetzt werde ich dieses Buch mal überfliegen und schauen, wie und wann ich das veröffentliche, bis mein Vater anruft, der gerade in Berlin zu Besuch ist. Wir gehen dann Oma besuchen.

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Foto: wueStenfUXX / photocase.de

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es sehr interessant deine Gedanken so offen und „uneditiert“ erfahren zu können. Ein schöner, ehrlicher Beitrag, ich bin gespannt auf mehr! LG

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