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Fuck Hollywood: Wie eine Traumvorstellung von Partnerschaft meine Lebendigkeit blockiert(e)

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Dieser Artikel geht in erster Linie raus an alle Menschen, die ihre Lebendigkeit in Schacht halten, um einer Idealvorstellung von Partnerschaft und Liebe zu entsprechen. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Ich weiß nicht genau, woher meine Vorstellungen von Partnerschaft kommen, aber sie sind da und sie sorgten dafür, dass ich in meiner Entwicklung stecken geblieben war.

Da sind Gedanken, wie: „Wir müssen ein Team sein“, „Wir müssen alles zusammen machen“ oder „Sie darf mich nicht verletzen“. Das sind alles Gedanken, die letztlich ein verzogenes Bild des wahren Lebens erscheinen lassen. Sie sorgen dafür, dass ich einer Vorstellung hinterherlaufe, wie ein Esel der Karotte. Ich dachte ich sei da durch. Ich laufe heute vielen Dingen nicht mehr hinterher. Aber in Sachen Partnerschaft und „Liebe“, gibt es da wohl noch was. Das habe ich jetzt Gott sei Dank erkannt.

Sich selbst erkennen: Wertvolle Distanz

Ich bin gerade in ein einer Distanzphase meiner Partnerschaft. Sie entsprach nicht meinen Vorstellungen, die ich derzeit von Treue, dem sexuellem Liebesleben und den Umgang mit sich selbst habe. Aus dem Respekt zu ihr möchte ich hier keine Details nennen. Einzelheiten kannst du in meinem Tagebuch nachlesen.

Mein spirituelles Tagebuch 2014 Elias Fischer cover

In meinem Tagebuch (2014) findest du meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse zu diesem Thema. Du kannst es hier bestellen:
Mein Leben 2014.

Jedenfalls hat sie meine Grenzen überschritten und so habe ich mich distanziert. Erst gefühlsmäßig, dann physisch. Wir haben seit einigen Wochen keinen Kontakt mehr, und das ist richtig gut.

Ich wiederhole: Diese Distanz ist richtig gut!

Ich konnte dadurch alles viel besser reflektieren, ohne dazu geneigt zu sein, mich von ihren weiblichen Energien wieder einwickeln zu lassen. Das war richtig schwer für mich, dieser Anziehung zu widerstehen, aber jetzt könnte ich mir keinen besseren Weg vorstellen, als den, den ich gegangen bin.

In meiner Reflexion konnte ich auch sehen, wie sehr ich mich von ihr emotional abhängig machte. Ich verbrachte viel Zeit mit ihr, rückblickend betrachtet zu viel! Wir kuschelten viel, rückblickend betrachtet zu viel! Und ich machte meine Entscheidungen von ihr abhängig, rückblickend betrachtet waren das zu viele!

Ich habe in der ganzen Partnerschaft vergessen, wer ich wirklich bin, was meine Aufgabe ist und dass ich gefälligst meinen eigenen Job zu machen habe. Wie z.B. diesen tollen Text hier zu schreiben. Aber in erster Linie geht es um mich und meine Selbstentfaltung. Dazu war die Verwicklung mit der Frau auch ganz gut, denn rückblickend kann ich daraus vieles lernen, was ich in Zukunft anders machen möchte.

Fuck Hollywood

Am liebsten verabschiede ich mich direkt von der Hollywood-Vorstellung, wie eine Partnerschaft auszusehen hat:

Das zusammengeschweißte Team, das in inniger Liebe das komplette Leben zusammen gestaltet.

FUCK IT!

Das gilt auch für alle Konzepte von Seelenverwandtschaft und ähnlichem. Mag sein, dass es das gibt, aber wenn du nur noch daran denkst, wie du endlich deine „Dualseele“ findest und an dich bindest, kann etwas nicht stimmen.

Ich weiß nicht genau, woher ich diese Gedanken habe, aber es muss wohl von Hollywood kommen, denn Filme habe ich in meinem Leben viele geschaut. Rückblickend kann ich also froh sein, dass meine Freundin sich so verhalten hat, wie sie es getan hat, und dass es mich verletzt hat, denn rückblickend betrachtet, war ich in einer Illusion gefangen, in der ich schwerwiegender Weise auch vergaß, mein eigenes Ding zu machen.

Ich sehe, dass ich mich aus Faulheit, mich meiner eigenen Weiterentwicklung zu stellen, lieber in den Schoß der Frau flüchtete. Das war meine Komfortzone. Und wenn man einen Partner hat, der das genau so macht, dann bleiben beide in ihrer Komfortzone, um ein Leben zu führen, das nicht mehr zu 100% lebendig ist. Es wird zur Routine und die gemeinsamen Erlebnisse wiederholen sich: Filmabende, Spaziergänge, gemeinsam Kochen, Kuscheln und Sex haben, oder was auch immer.

Dem war ich auch verfallen, mit dem Resultat, dass ich der Frau unterlegen war und sie die Führung übernommen hat, was mich wiederum angekotzt hat. Aber wütend rumschreien und beschuldigen hilft halt auch nicht, um die eigene Männlichkeit aufzubauen, was die Quelle des Problems beseitigen würde. Es gehören immer zwei dazu. Wenn ich mich verwickeln lasse, lasse ich die Verwicklung zu.

Was ich in Zukunft machen werde?

Ich werde genauestens auf diese Momente achten, in den ich ein laues Gefühl in meinem Bauch habe, dass hier gerade etwas schief läuft. Ich muss mit allem, was in dieser Situation gerade geschieht, voll einverstanden sein.

Egal, ob sie mit einem anderen Mann tanzt, mich anschreit oder mich belehren will. Und wenn ich damit nicht einverstanden bin, gilt es zu reagieren. Das Nicht-Reagieren war in meiner Vergangenheit einer der größten Fehler, die ich gemacht habe. Dazu gehört auch das Einlenken, das ich aus Angst, sie zu verlieren, gemacht habe.

Eine der einfachsten und universell-einsetzbaren Reaktionen, die ich kenne, ist das Hosenrunterlassen. Dabei schildere ich einfach, was ich wahrnehme und was es mit mir macht. „Ich sehe, dass du diesem Mann sehr nah bist. Das macht mich wütend, denn ich habe Angst, dich zu verlieren.“.

That’s it.

Alle weiteren Entscheidungen und Handlungen kannst du mit folgender Frage selbst entdecken:

Wie würde der selbstbewusste und souveräne Mann handeln, der in mir steckt?“

Oder für die Frauen:

Wie würde die selbstbewusste und souveräne Frau handeln, der in mir steckt?“

Als meine Freundin vor einigen Wochen meine Grenzen derart überschritten hat, dass es mir zu viel wurde und sie auch nicht bereit war, sich das anzusehen, habe ich Schluss gemacht. Das war der Tag, an dem sie aus ihrem 3-wöchigen Urlaub zurück kam: braun gebrannt, schlank und einfach attraktiv. Sie hat mich angezogen und ich hätte am liebsten Sex mit ihr gehabt. Im gleichen Moment wusste ich aber auch, dass ich das gerade seelisch nicht ertragen würde, denn meine Wunden waren noch nicht geheilt und meine Abhängigkeit nicht gelöst.

Souveränität bedeutet für mich in diesem Moment, dass ich mir treu bleibe, mit dem, was wirklich und langfristig gut für mich ist. Deshalb habe ich auf mich gehört, und nicht auf die sexuelle Anziehung zu ihr, die in diesem Moment sehr stark war. Dafür bin ich stolz auf mich.

Das Problem mit dem Hollywood-Zweier-Ding

Was mir in meiner aktuellen Phase der Distanz zu ihr klar wird, ist, dass diese Vorstellung von dem Hollywood-Zweier-Ding in mir sehr präsent war und ist. Gerade löst es sich immer weiter auf, weil ich mir dessen bewusst werde. Ich beginne zu verstehen, wie sehr es mich in meiner Lebendigkeit und Männlichkeit einschränkt. Denn wie gesagt, ich habe mich zu sehr auf die Eine fixiert, mein eigenes Leben vernachlässigt und vergessen, dass es auf diesem Planeten noch so viele andere Frauen gibt.

Zudem denke ich, dass die Frauen im Allgemeinen niemals im Mittelpunkt eines Mannes stehen sollten, wie auch immer die Beziehung zur Frau oder den Frauen sein mag. Ich habe das gemacht und bin eingeschlafen und habe gelitten. Ich fühle, im Zentrum des Mannes sollte seine Mission sein, eben sein eigenes Leben. Die Frauen können dabei das Leben eines Mannes nur noch noch schöner machen, als es eh schon ist.

Also, Fuck Hollywood.

Es muss bei mir nicht alles so sein, wie andere es vorleben oder zeigen. Und es ist eben nicht immer alles nur Harmonie und aus Watte. Entscheidend ist eigentlich nur, was ich in diesem Moment fühle und wie ich damit umgehe. Ich habe meine Grenzen und sie müssen nicht immer so sein, wie sie jetzt sind. Sie dürfen sich dann erweitern, wenn ich mich gut damit fühle; wenn ich mich bereit dafür fühle, dem Schmerz zu begegnen, der damit vielleicht ausgelöst werden kann. Schicht für Schicht kann ich mich so in Richtung Freiheit ent-wickeln.

Viele Kommunikationstools für deine erfüllende und bewusste Partnerschaft findest du in diesem Buch:

Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte

In meinem zweiten Buch habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
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Solange ich mich nicht stark genug fühle, diesem Schmerz zu begegnen, muss ich zu Gunsten der Partnerschaft nichts aufrecht erhalten, was nicht wirklich der Heilung entspricht und letztlich vielleicht sogar destruktiv wirkt.

Gerade fällt es mir leicht, so was zu sagen, weil ich mich wie ein Single fühle. Ich bin aber gespannt auf den Moment, an dem wieder eine Frau mein Herz erobern wird. Dann wird sich zeigen, wie viel ich von dem, was ich hier schreibe, auch wirklich in der Tat umsetzen kann. Zu mir selbst zu stehen ist eine Aufgabe für mich, an der ich gerne wachsen will!

Was löst der Artikel für Gedanken und Gefühle in dir aus?
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Foto: emoji / photocase.de

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