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Gefühle zeigen: Wie das geht und was du dazu alles wissen solltest

Gefühle zeigen: Wie das geht und was du dazu alles wissen solltest

In diesem Artikel erfährst du genauestens, wie du den Kontakt zu deinen Gefühlen herstellst und Gefühle zeigen kannst. Es gibt verschiedene Arten, wie du dabei mit deinen Gefühlen umgehen kannst. Gefühle sind sehr wichtig, denn nur mit ihnen bist du in der Lage, ein erfülltes Leben nach deinen Vorstellungen zu führen. Lerne in diesem Artikel also, wie du fühlen kannst, wie du bewusst mit Gefühlen umgehst und wie du Gefühle zeigen und mitteilen kannst.

Inhalt

Gefühle zeigen: Der normale, unbewusste Zustand

Die menschlichen Gefühle entstehen immer als Reaktion auf ein Ereignis. Der bisherige Normalzustand ist, dass wir dieses Gefühl dann einfach zum Ausdruck bringen. Wir können dies auch als „ausagieren“ bezeichnen: Wir fühlen etwas in uns und agieren es in einer Aktion aus.

Ein Beispiel, das ich gestern im Park miterleben durfte: Ein Vater schreit seinen Sohn an, weil der scheinbar irgendetwas vergessen hat.

Das Ereignis: Sohn hat etwas vergessen

Gefühlsreaktion des Vaters: Wut

Aktion des Vaters: Beschimpfung

Diese Schritte müssen wir im Zusammenhang mit den Gefühlen klar verstehen. Wir haben immer ein Ereignis, eine Reaktion und eine mögliche Aktion. Das ist der natürliche Zustand aus Urzeiten, der relativ unbewusst abläuft.

Dieses Beispiel zeigt auch, dass viele unserer Gefühlsreaktionen womöglich ziemlich unangemessen sind. Die aktuelle Lernaufgabe vieler Menschen besteht also darin, sich der eigenen Gefühle und Reaktionen bewusst zu werden und weise – das bedeutet bewusst – damit umzugehen.

Im Folgenden möchte ich dir zeigen, wie du Gefühle weise zum Ausdruck bringst und wie du alternativ damit umgehen kannst. Nicht immer muss ein Gefühl nämlich ausgedrückt werden, sondern wir können es auch einfach nur durchfühlen.

Gefühle unterdrücken: Wenn Gefühle zeigen nicht möglich ist

Der obige unbewusste Zustand der Gefühle, dass sie einfach nur „blind“ ausagiert werden, ist bei vielen Menschen auch unterbrochen. Sie erleben im Innern vielleicht ein Gefühl als Reaktion auf ein Ereignis, aber bringen es nicht zum Ausdruck. Das kann daran liegen, dass man Angst hat, das Gefühl zu zeigen. Diese Angst ist bei allen Menschen veranlagt, und ich möchte weiter unten in diesem Artikel genauer darauf eingehen.

Das Unterdrücken der Gefühle kann aber auch eine Ebene tiefer stattfinden: Direkt nach der Gefühlsreaktion nehmen wir dieses nicht mehr wahr. Aus Angst vor dem Gefühl an sich lenken wir unseren Fokus davon ab und entziehen dem Gefühl unsere Beachtung. Das kann so weit gehen, dass wir irgendwann aufhören, mit Gefühlen auf ein Ereignis zu reagieren.

Kleine oder scheinbar selbstverständliche Dinge, über die man sich freuen könnte, sind dann für den Menschen völlig bedeutungslos: Gesundheit, die eigene Schönheit, Sonnenschein, ein leckeres Essen oder ein zugeworfenes Lächeln von einem Menschen.

Das bedeutet, wenn wir aufhören, mit Gefühlen auf unsere Umwelt zu reagieren oder unsere Gefühle nicht zeigen, wird das Leben ziemlich langweilig. Es ist bedeutungslos, weil wir dem Leben keine Bedeutung mehr schenken.

4 Schritte zum Zeigen deiner Gefühle

Egal in welcher Lage du jetzt bist, wir werden jetzt Schritt für Schritt schauen, wie wir wieder fühlen und die Gefühle auf eine bewusste Weise ausdrücken können.

„Gefühle zeigen“ Schritt 1: Keine Gefühle zum Ausdrücken da? Dann Gefühle entwickeln

Damit du Gefühle zeigen kannst, müssen erst mal Gefühle da sein. Ich kenne diesen Zustand aus meinem Leben sehr gut, dass ich früher ziemlich abgeschnitten und abgetrennt von meinen Gefühlen war. Ich hatte mein Herz ziemlich verschlossen und war gar nicht mehr in der Lage, etwas Besonderes zu fühlen. Weder Freude noch Traurigkeit oder Wut.

Da mein Leben unter diesen Umständen ziemlich langweilig war, entschloss ich mich, mich mehr um mich und meine Gefühle zu kümmern. Ich wollte den Kontakt wiederherstellen.

Wenn wir Gefühle zeigen wollen, ist es also Grundvoraussetzung, dass wir auch Gefühle haben. Wir müssen das Gefühl in uns erst fühlen, bevor wir es zeigen und zum Ausdruck bringen können. Dafür habe ich einen separaten Artikel geschrieben. Wenn du also ebenfalls in der Situation bist, dass du wenig bis gar nichts fühlst, ist es besser, wenn du erst mal hier weiterliest:

Wenn du feststellst, dass du keine Reaktion auf die Ereignisse des Lebens hast, dann geht es darum, eine Stellung zu beziehen. Du kannst dein inneres Potenzial nur leben, wenn du dir eine Meinung bildest. So wird nicht nur dein Leben interessant, sondern du bist auch interessant für andere.

Versuche also, auch bei den kleinen Dingen des Lebens eine Gefühlsreaktion zu erzeugen. Z.B. der Sonnenschein auf deiner Haut. Wie findest du das? Falsch (Wut), richtig (Freude), traurig (Trauer), beängstigend (Angst) oder beschämend (Scham)?

Auf gleiche Weise gehst du mit Dingen vor, die du immer als selbstverständlich abtust, wie z.B. deine Gesundheit, dein Essen, den Frieden im Land oder dein Dach über dem Kopf. Viele andere Menschen auf dieser Welt haben dies z.B. nicht.

Im nächsten Schritt gewöhnst du dir an, dir zu den Geschehnissen in deinem Leben eine Meinung zu bilden. Du siehst im Park, wie ein Vater sein Kind anschreit, wie findest du das? Falsch (Wut), richtig (Freude), traurig (Trauer), beängstigend (Angst) oder beschämend (Scham)?

Oder eine Kollegin auf der Arbeit teilt dir mit, dass dir noch eine Müsliflocke im Wundwinkel klebt. Wie ist das für dich? Falsch (Wut), richtig (Freude), traurig (Trauer), beängstigend (Angst) oder beschämend (Scham)?

Mache dir klar, dass es letztlich in deiner Hand liegt, wie du die Dinge siehst und wie du auf sie reagieren willst. Es geht nicht darum, dich nach irgendeinem Ideal zu richten, was der Gesellschaft, den Freunden, deinem Partner oder deinen Eltern gefallen könnte. Das wäre ein Verstellen, weil es nicht in Übereinstimmung mit deiner inneren Überzeugung ist. Du tust es dann, um anderen zu gefallen. Das ist der falsche Weg.

Weise gehst du vor, wenn du wirklich in dich hineinfühlst und ein Gespür dafür entwickelt, was du in der Tiefe deines Herzens als richtig oder falsch empfindest. Das bedeutet, im besten Fall richtest du dich einfach nur nach deiner inneren Wahrheit und besinnst dich bei dieser Entscheidung nur auf dich selbst.

Dann bist du authentisch und kannst dein Leben in wahrer Freude und Zufriedenheit führen, denn bist dir folgender Tatsache gewiss: Du hast immer so gehandelt, wie es sich für dich richtig anfühlt.

„Gefühle zeigen“ Schritt 2: Gefühl erkennen und beschreiben

Wenn wir ein Gefühl haben und es zeigen wollen, ist der nächste Schritt, dass wir es benennen können. Wir müssen also wissen, wie wir uns fühlen, damit wir dieses Gefühl auch zeigen oder mitteilen können.

Dafür gehst du die 5 Basisgefühle durch, um zu prüfen, welches deiner inneren Stimmung am nächsten kommt. Das sind Wut, Trauer, Freude, Angst und Scham.

Wie das genau geht, habe ich in einem weiteren Artikel beschrieben. Dort findest du Tricks und Wege, wie du dein Gefühl bestimmen kannst, das du jetzt in diesem Moment hast. Ich bitte dich, dafür hier weiterzulesen:

Schritt 3: Gefühl zeigen

Wenn du dein Gefühl bestimmen kannst, dann bist du auch in der Lage, in einen lebendigen Kontakt mit deiner Umwelt zu gehen, um z.B. dein Gefühl zu zeigen oder mitzuteilen. Wenn es sich für dich richtig anfühlt, kannst du dein Gefühl ausdrücken, wie du willst. Es geht im Kern immer nur darum, was sich für dich im Innersten richtig anfühlt.

Wenn du z.B. eine Reaktion im Nachhinein bereust, war es wohl nicht die richtige Gefühlsreaktion. Der Vater, der sein Kind wegen einer Kleinigkeit anschreit, könnte dies erkennen, nachdem sein Gefühl der Wut abgeklungen ist.

Dann geht es darum, bewusst und konstruktiv mit dem Gefühl der Wut umzugehen. Mehr dazu beschreibe ich weiter unten im Teil „Wie kann ich noch mit einem Gefühl umgehen?“ und auch im Buch „Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte“.

„Gefühle zeigen“ Schritt 4: Gefühl mitteilen

Das Mitteilen deines Gefühls ist nicht immer notwendig. Du kannst das für dich entscheiden, ob es für dich sinnvoll und richtig ist. Es geht auch darum, dich für deine Grenzen einzusetzen und anderen Menschen klar zu verstehen zu geben, was für dich OK ist und was nicht.

Natürlich ist es auch so, dass andere Menschen erst so richtig etwas mit dir anfangen können, wenn sie ein Gefühl für dich bekommen. Und das geschieht neben deiner Körpersprache zum großen Teil über die verbale Kommunikation, indem du dich auch mit deinen Gefühlen und Meinungen mitteilst.

Wenn du ein lebendiges Leben willst, kann ich dir das nur empfehlen. Wenn du also das nächste Mal einem Menschen ein Kompliment machen willst, dann tue es. Wenn du jemandem sagen willst, dass du dich einsam oder traurig fühlst, dann tue es. Und wenn jemand dich wütend macht, weil er deine Grenzen übergeht, dann teile es ihm oder ihr auch mit.

Gefühl im Konfliktfall mitteilen

Weil genau dies oft vorkommt und das Ansprechen von Problemen für viele eine Herausforderung ist, möchte ich dir eine kleine Anleitung geben. Im obigen zweiten Schritt bzw. im Artikel „Gefühle beschreiben“ hast du ja gelernt, wie du dein Gefühl bestimmen kannst.

Nun gehst du wie folgt vor, um mit der Person darüber zu sprechen:

  1. Du machst dir erst klar, welche Situation genau der Auslöser für dein Gefühl ist.
  2. Du prüfst in deinem Innern, ob diese Gefühlsreaktion sich wirklich richtig anfühlt.
  3. Wenn ja, suchst du das Gespräch unter vier Augen mit der Person.
  4. Du teilst der Person aus deiner Perspektive mit, was du wahrgenommen hast, in einer Partnerschaft könnte das z.B. sein: „Erinnerst du dich an gestern Abend, als du der Bedienung im Restaurant ein Kompliment gemacht hast?“
  5. Im nächsten Schritt teilst du mit, welches Gefühl das in dir ausgelöst hat: „Es hat in mir das Gefühl der Traurigkeit ausgelöst.“
  6. Achte darauf, dass ihr nicht diskutiert und dass du wirklich nur von dir erzählst, ohne jegliche Vorwürfe. Im letzten Schritt kannst du mitteilen, was du dir von dem anderen jetzt in diesem Moment wünschst, z.B. „Ich wünsche mir, dass du mich mehr wertschätzt und in den Arm nimmst.“

Du musst verstehen, dass es nicht darum geht, dass der andere deine Bedürfnisse erfüllen soll, sondern es hier primär um das Mitteilen und Einander-Verstehen geht. Auch wenn die eine Person sich in diesem Beispiel mehr Wertschätzung wünschst, ist es allein die freie Entscheidung des anderen, wie er damit umgeht.

Wenn er Lust hat, kann er ihr auch ein Kompliment machen und/oder sie in den Arm nehmen. Aber nur, wenn er auch von Herzen Lust dazu hat. Sonst ist das wieder keine echte Handlung des Herzens, die auch nicht zu Liebe führt.

Wieso das so ist und wie man bewusster damit umgehen kann, beschreibe ich mit vielen weiteren Kommunikationstipps für Partnerschaften im Buch „Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte“.

Hindernis: Die Angst davor, Gefühle zu zeigen

Die Angst davor, Gefühle zu zeigen, haben wir alle. Sie hängt mit einer tieferen Angst zusammen, von der Gesellschaft ausgegrenzt und verachtet zu werden, nur weil man Gefühle hat, die den anderen nicht passen. So haben wir immer die Wahl zwischen Anpassung und Selbstentfaltung.

Eine ständige Anpassung ist nicht die beste Wahl, weil wir damit unser persönliches Wachstum verhindern. Wir müssen uns im Innern also klar darüber werden, was wir wirklich wollen. So können wir unseren eigenen individuellen Weg gehen. Der zieht nach sich, dass wir uns diesem Risiko der Ausgrenzung und Verachtung aussetzen.

Selbstverwirklichung bedeutet, dass wir es einfach nicht allen Menschen recht machen können. Das ist völlig normal. So müssen wir also auch lernen, die eigenen Ängste zu überwinden.

Wie kann ich noch mit einem Gefühl umgehen?

Gefühle zeigen und zum Ausdruck bringen ist nur der eine Weg. Wir können dies machen, um unser Leben als Mensch in dieser Gesellschaft nach unseren innersten Werten sinnvoll zu gestalten. Es ist aber in vielen anderen Situation nicht notwendig, immer das eigene Gefühl zu zeigen.

Wenn wir es also gelernt haben, unsere Gefühle nach unserer innersten Zufriedenheit auszudrücken, dann können wir uns für eine nächste Entwicklungsstufe öffnen. Denn wir haben auch die Möglichkeit, das eigene Gefühl einfach nur zu durchfühlen.

Dies ist ein spiritueller Weg der Selbsterforschung, auf dem wir neue und tiefere Erfahrungen machen können. Dazu müssen wir klar verstehen, dass wir nicht reagieren müssen. Wir können ein Gefühl im Innern haben, aber wir müssen nicht mit einer Aktion darauf reagieren und es zum Ausdruck (nach außen) bringen.

Wie du dabei vorgehst, erfährst du genauestens im Videokurs über den „Bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen“ bzw. auch im Buch.

Hast du Fragen zum Ausdruck deiner Gefühle?
Stelle sie gerne unten in einem Kommentar oder teile auch deine Sichtweise mit.

 

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Autor:

Hallo! Ich arbeite als Lehrer für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich.

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