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Anhalten statt Durchdrehen: Erforsche, wer du wirklich bist, anstatt nur beschäftigt zu sein

Entdecke dich selbst

Ich habe eben mit Jan gesprochen. Jan ist sehr gesprächig und sympathisch auf seine Art. Er führt ein kleines Bed & Breakfast Hotel auf einer kleinen Insel in Dänemark, in dem ich heute morgen übernachtet habe. Er sagte, dass es in Dänemark eine hohe Selbstmordrate bei Menschen in seinem Alter gibt, also 50-60. Sie sind in Rente, haben keine Aufgabe mehr und stellen fest, dass alles auch ohne sie funktioniert und sie nicht mehr gebraucht werden. Seine Erkenntnis daraus ist: „Wenn du nicht in Bewegung bleibst, dann ist es dein Ende.“

Bewegung und Selbsterforschung

Jan ist viel in Bewegung. Am Haus gibt es viel zu arbeiten und die Hälfte des Jahres ist er in Brasilien. Ich konnte mich nicht ruhig mit ihm an einen Tisch setzen. Es gibt keine 10 Sekunden Stille. Ständig spricht er, hört Musik oder lässt den Fernseher laufen, selbst wenn er gar nicht mehr im Raum ist.

Vielleicht hat er Angst vor dem Gefühl, das hochkommt, wenn Stille eintritt. Vielleicht ist es das Gefühl der inneren Leere oder einer Sinnlosigkeit. Vielleicht hat er Angst, dass es ihm so ergeht, wie den anderen, die keinen Sinn mehr im Leben sahen und es beendeten.

Tatsache ist, er hält sich in Bewegung. Als „Entrepreneur“ liebt er es, Dinge zu erfinden, Lösungen zu finden und praktisch tätig zu sein. Ich kann mich gut in ihm wiederfinden und nehme an, dass dies ein wunderbarer Weg ist, sich selbst in Bewegung zu halten. Der Kopf, die Logik und die Kreativität werden gefordert, immer neue Lösungen für Probleme des Alltags zu finden.

Es spricht nichts gegen solch ein Tun und sicherlich kannst auch du dich darin sehen. Es ist aber nur die eine Seite und die Frage ist: Warum tust du es?

Die innere Leere

Tust du es, um einem bestimmten Gefühl in dir nicht zu begegnen? Wie z.B. dem Gefühl der Leere, für das manche sogar als Ausweg den Suizid wählen?

Ich sagte zu ihm, dass ich ihm da zustimmen kann. Es ist tatsächlich wichtig, in Bewegung zu bleiben, kreativ zu sein, zu lernen und stets an Erfahrung zu gewinnen. Ich mache das gerade nur nicht zu sehr im Außen, sondern im Innern: Die Erforschung meines Selbst, meiner Persönlichkeit, meines Charakters, meiner Gefühle und Gedanken.

Wer bin ich wirklich und wie funktioniere ich? Warum tue ich etwas? Was sind meine Impulse und Motive? Und was passiert, wenn ich „nichts“ tue? Was kann ich dann wahrnehmen? Es ist eine Neugier der Selbstentdeckung, die da am Werk ist.

Ich kenne die innere Leere sehr gut. Jeder kennt sie. Wenn ich sie dann wahrnehme, kann ich natürlich der Hast und Eile verfallen; einfach nur etwas tun, um mich selbst nicht fühlen zu müssen. So war ich früher und heute widme ich mich immer mehr der Selbsterforschung: Was passiert eigentlich, wenn ich mich jetzt nicht bewege, um vor diesem Gefühl zu flüchten? Was passiert, wenn ich nicht mal darüber nachdenke und es einfach fühle? Ja, was passiert dann?

Wenn wir etwas machen, ist das eine Bewegung im Außen. Denken ist zwar eine Bewegung im Innern, sie führt aber nach außen, weil deine Gedanken sich meist um eine Sache außerhalb von dir drehen. Vielleicht denkst du darüber nach, was du jetzt Sinnvolles tun könntest oder wie du das Gefühl der inneren Leere wegmachen kannst. Vielleicht denkst du darüber nach, was du für ein anständiges und erfolgreiches Leben noch erreichen solltest. Das alles dreht sich nur um eine Bewegung nach Außen. Es geht nicht in dein Inneres.

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Das Sein

Jan hat Recht. Bewegung ist gut. Sie ist ein Zeichen von Lebendigkeit. Lebendigkeit bedeutet aber nicht, dass wir uns wirklich bewegen müssen. Sein ist die lebendigste Form, in der wir von außen betrachtet womöglich bewegungslos wirken.

Beim Sein findet die Bewegung im Inneren statt, auch wenn unser Körper regungslos ist; vor allem, wenn unser Körper regungslos ist, denn wenn die äußeren Bewegungsabläufe wegfallen, können wir uns besser auf unser Inneres konzentrieren.

Wenn du im Sein bist, bedeutet das, dass du vollkommen präsent im augenblicklichen Moment bist. Du bist dir also bewusst, was hier und jetzt in dir vorgeht: Deine Gedanken, Körperempfindungen, Gefühle, und irgendwann die tieferen Erfahrungen von Einssein, Frieden und Stille.

Im Sein nimmst du deine Gedanken nur noch wahr, anstatt im endlosen Gedankenstrom zu versinken. Wenn du dir selbst bewusst bist, mit allem, was gerade in dir geschieht, ist deine innere Intelligenz aktiv. In diesem Zustand kannst du auf lange Sicht nicht mehr destruktive Gedanken haben, mit denen du dich selbst zerstörst. Selbstzerstörung kann nur in einem Zustand der Unbewusstheit geschehen. Mit Selbstzerstörung meine ich all die Selbstvorwürfe, Selbsterniedrigungen, Schuldzuweisungen, Gedanken des Hasses, Grolls und Ärgers.

Wenn wir unseren Körper also anhalten, gibt es in unserem Inneren ziemlich viele Bewegungen, die wir wahrnehmen können. Natürlich müssen wir diese Fähigkeit auch erst entwickeln, wenn wir vorher die meiste Zeit im Kopf bei unseren Gedanken waren, die sich – wie gesagt – meist um etwas im Außen drehen: „Wie kann ich noch mehr erreichen oder bekommen? Was denken die anderen wohl über mich?“

Auch bei diesen Gedanken, wo es scheinbar um uns selbst geht, ist es nicht unser wahres Selbst, sondern das illusionäre Selbst. Es sorgt sich um den Status in der Gesellschaft, das Ansehen und den eigenen Erfolg, weil es sich damit identifiziert.

Dein wahres Selbst

Unser wahres Selbst kommt in den Pausen zwischen den Gedanken zum Vorschein. Diese Zeiten der inneren Stille sind am Anfang vielleicht nur einen Bruchteil einer Sekunde lang. Mit der Praxis der Meditation können wir jedoch diese Gedankenpausen verlängern und den Kontakt zu unserem wahren Selbst immer weiter herstellen. Dadurch werden wir uns selbst bewusster, indem wir unsere Gedanken wahrnehmen und unsere Gefühle durchfühlen.

Auch wenn es eine Bewegung nach innen ist, so ist es nicht wirklich ein „Tun“. Es ist mehr ein Wahrnehmen und Geschehenlassen dessen, was da von selbst geschieht. Und das können wir alles voller Neugier selbst entdecken und erforschen. Du bist komplexer, als du dir vorstellen kannst.

Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte

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Der Weg ist jedoch einfach: Halte an und lass deine innere Intelligenz die Wahrheit von selbst entdecken, die in dir durch die vielen Schichten der Konditionierung und Traumatisierung verborgen ist. Dann gibt es auch keinen Grund mehr für Hast und Eile, denn du hast etwas gefunden, dass dein Herz wirklich befriedigt: Stille und Liebe.

Eine Pause von Gedanken bedeutet, dass du in diesem Moment Stille und Liebe wahrnehmen kannst. Das ist alles. Und auf diesem Weg der Selbsterkenntnis, der ebenfalls ein Teil der Selbstverwirklichung ist, wünsche ich dir viel Erfolg. Dafür sind wir u.a. hier: Um uns selbst zu entdecken.

Bewegung im Außen ist gut, um nicht einzurosten. Die Bewegung nach innen ist jedoch ebenso notwendig, um die Tiefe und Stille des Lebens zu erfahren, die sich unser Herz wünscht. Wir können nicht nur unseren finanziellen Reichtum, unser Wissen über die Welt und unser Ansehen ausweiten, sondern eben auch die Erfahrung über uns selbst.

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Autor:

Hallo! Ich arbeite als Lehrer für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich.

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Elias, eben bin ich per Zufall über deinen Blog gestolpert und habe diesen Bericht gelesen. Sehr schön geschrieben. Ich werde ihn in meinem nächsten Beitrag weiter empfehlen. LG Janine

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  2. Lieber Elias,
    ein schöner Artikel, der von Herzen kommt. Er hat mich tief berührt, weil er mir gezeigt hat, wie sehr ich noch immer an meinen Gedanken festhalte. Immer wieder erlebe ich Phasen, in denen ich spüre, dass es richtig ist Nichts zu tun und einfach in der Stille zu verweilen. Und dann ploppen diese Gedanken auf: „Du musst etwas tun. Bewege dich. Du kannst doch noch dieses und jenes erledigen.“ Wenn ich diese Gedanken bewusst erkenne, fällt es mir leicht darüber zu schmunzeln und sie ziehen zu lassen :-) Erlebst du diese Momente auch noch?

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    • Ja, das liegt an dem Feld, in dem wir sind. Wenn du in der Stadt z.B. umgeben bist von Menschen, die beschäftigt sind, geht diese Energie in dich über. Bist du alleine in der Natur, werden diese Gedanken abklingen. Was auch immer ist, du musst nicht darauf reagieren.

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  3. Auch dieser Artikel ist der Wahnsinn. Toll verfasst und zudem ein riesiges Maß an Content!

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  4. Hallo Elias,
    ich bewegender Artikel, den ich geradezu verschlungen habe! Ich finde, es ist wichtig, auch mal die Leere in einem selbst zu spüren. Gerade so lernt man sich auch noch besser kennen.
    Die Pausen zwischen den Gedanken sind schwer. Zumindest ist es schwer für mich, diese wirklich zu erkennen und einfach geschehen zu lassen. Aber dank deinem Artikel sehe ich es jetzt ein bisschen klarer und werde vielleicht doch mal Meditation ausprobieren!
    Liebe Grüße, Lena

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    • Das finde ich gut, Lena. Es ist wichtig, dass du das auch nicht nur alleine machst, sondern in einer Gruppe. Auf meinen Workshops kannst du hierbei auch tiefere Erfahrungen machen und Einsichten gewinnen. lg Elias

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