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Männlichkeit leben: Vom „spirituellen Muttersöhnchen“ zum selbstbestimmten Mann

Stare Challenge with a Rockstar

(Ein Gastartikel von Sven Philipp) Viele Männer in unserer Gesellschaft sind frustriert. Und dabei machen sie doch eigentlich alles richtig. Erst meditieren. Danach ein veganer Smoothie, der nicht nur den Körper, sondern auch den Geist mit positiver Energie auflädt. An diesem Nachmittag geht es zur Yogastunde nach Kreuzberg und am Abend weiter nach Friedrichshain zur besten Freundin, um bei einem guten Joint über die Philosophie der Geschlechterrollen zu diskutieren und sich in seiner Spiritualität zu verlieren. An einer männlichen Spiritualität ist nichts falsch, nur vergessen zu viele Männer, dabei ihre volle Männlichkeit zu leben.

Erst letztens kam ich bei einer Geburtstagsfeier mit Johannes ins Gespräch. Als ich ihn fragte: „Und? Was machst du so?“ Bekam ich als Antwort: „Ich meditiere!“

Ich war mehr als irritiert. Also fragte ich nach. Es stellte sich heraus, dass Johannes ein Mann von 34 Jahren war, der auf seinem spirituellen Weg um einiges weiter war, als ich. Viele Fragen der seelischen und karmischen Entwicklung hatte er so weit durchdrungen, dass ich von vielen seiner Antworten einiges lernen durfte.

Nur: Johannes war innerlich nicht glücklich. All seine meditative Praxis und all seine (teilweise durch LSD induzierten) Erleuchtungserfahrungen haben ihm nicht geholfen, genügend Geld zu verdienen, um die Miete für seine kleine Wohnung regelmäßig zu bezahlen.

Auch hatte er großen Frust, wenn es um das Thema Frauen ging. Als ich mich nochmal später mit ihm traf, erzählte er mir, dass er in seinem Leben mit insgesamt 4 Frauen geschlafen hatte. Weiter hatte er noch nie eine Beziehung länger als 3 Monate aufrechterhalten könnten.

Und noch immer spielte in seinem Leben die Mutter eine große Rolle. Jede Woche brachte er seine Wäsche zum Waschen vorbei und wurde dabei subtil zu seinem Leben ausgefragt.

Das Modell der Archetypen

Das Modell der männlichen Archetypen, welches auf Carl Gustav Jung zurückgeht, beschreibt dieses Problem sehr anschaulich. Über die Welt zu philosophieren, den eigenen Lebensweg zu suchen und dabei viele Erfahrungen machen zu wollen, ist der Inbegriff des sogenannten Liebhaber-Archetypen.

Ein Mann, der jedoch zu lange in diesem Archetypen lebt, lebt damit nur einen geringen Teil seines männlichen Potenzials aus. Irgendwann ist es für jeden Mann an der Zeit, seinen inneren Krieger-Archetypen zu entwickeln.

Seine Männlichkeit leben – den inneren Krieger erwecken

Schafft man(n) es nicht, den Archetypen des Kriegers in sich zu stärken, kommen die Schattenseiten des Liebhabers zum Vorschein. Sätze wie „Wenn nur X passieren würde, könnte ich endlich Y machen“ sind typisch für diese Männer. Weiter äußern sich die Schattenseiten in einer Abhängigkeit von Drogen (wie zum Beispiel Zucker, Nikotin, Alkohol, …), einer ewigen Rebellion gegen das bestehende System, sowie einer Lustlosigkeit, seine Ideen und seinen Lebensweg auch tatkräftig umzusetzen.

Mit dem Archetyp des Kriegers erdet man hingegen seine spirituelle Energie. Diese Energie versetzt einen Mann in die Lage, all seine Ideen und Vorstellungen auch hinaus in die Welt zu tragen und real zu materialisieren. Der Krieger ist der Macher.

So entwickelst du deinen Krieger-Archetypen

Setze dir realistische Ziele und setzte sie um

Schaffe dir ein Ziel und schreibe es auf ein Blatt Papier. Danach brichst du dieses Ziel herunter auf Zwischenziele. Was kannst du heute machen, um deinem Ziel näher zu kommen? Zum Beispiel dein Ziel aufschreiben. Was kannst du in einer Woche, in einem Monat und in einem Jahr erreicht haben? Aufschreiben! Und dann machen. Es geht ums Machen. Je mehr Fehler du machst, desto schneller kommst du voran (eine Weisheit von vielen erfolgreichen Menschen).

Begib dich unter Männer

Die Energie des Liebhabers ist die weibliche Seite der Männer. Kommunikationsstärke, Einfühlungsvermögen, Sicherheit und Hingabe in den Moment. All das sind wichtige Fähigkeiten. Es sind die Fähigkeiten, die uns unsere Mutter im besten Fall mit auf den Weg gegeben hat.

Durchsetzungsvermögen, Willenskraft und Ausdauer sind aber auch wichtige Fähigkeiten. Und diese sind typisch für den männlichen Pol. Im besten Fall repräsentieren sie den eigenen Vater.

Wenn du mehr dieser männliche Eigenschaften in dir entwickeln willst, begebe dich unter Männer. Mache Männerseminare, wie die spirituelle Strandwanderung für Männer von Elias, oder gehe zu einem Männerstammtisch, wie dem monatlichen Berliner Männerstammtisch von [mannsvolk].

Gehe mit deinen Kumpels Fußballschauen oder mache gemeinsam Sport. Auch ein gemeinsames Grillen im Park oder am See ist eine wahre Bereicherung, wenn ihr unter euch Männern bleibt.

Ich habe früher gerne mit meinen Kumpels bei einem Bier an unseren Autos rumgeschraubt. Egal, was es für dich ist, es gibt nur eine Regel: Keine Frauen!

Mache Sport

Und damit meine ich nicht Yoga. Ich meine Kraftsport, Kampfsport oder andere Sportarten, die etwas rauer und aggressiver sind. Dein innerer Krieger liebt Zweikampfsituationen. Und er liebt Sportarten, in denen du dein Durchsetzungsvermögen, deine Willenskraft und deine Ausdauer trainierst. Also melde dich bei einem Kampfsportverein an, gehe ins Fitnesscenter, spiel Football, Handball oder gehe klettern.

Stelle dich deiner Angst

Wir alle haben Angst. Die einen vor Höhe, die anderen vor dem Tod, und wieder andere davor, zurückgewiesen zu werden. Aber wir haben unseren Lebensweg auf dieser Erde nicht deshalb mitbekommen, damit wir ihn spielend leicht erreichen. Wir haben ihn mitbekommen, damit wir daran reifen und uns weiterentwickeln können.

Wenn du dich deinen Ängsten stellst, wirst du selbstsicher und männlicher. Und mit diesen Eigenschaften an der Hand kannst du alles erreichen, was du willst.

Ich selbst war früher extrem schüchtern, wenn es darum ging, mit Frauen zu flirten. Teilweise hatte ich Züge einer Angststörung. Doch mit der Hilfe eines Freundes arbeitete ich diese Angst auf und stellte mich ihr.

Die Selbstsicherheit, die ich in dieser Zeit aufbaute, nutze ich heute nicht nur beim Flirten. Auch bei geschäftlichen Verhandlungen oder als Leiter von Männerreisen greife ich immer wieder auf diese Selbstsicherheit zurück.

Lebe deine Männlichkeit

Es geht nicht darum, von jetzt an nur noch so richtige Männersachen zu machen. Saufen, Kickboxen, Fußballschauen und Mutproben sind nicht der Inbegriff der Männlichkeit. Yoga, Meditieren, stundenlange Diskussionen und beste Freundinnen aber auch nicht!

Es gilt, wie bei allem im Leben, die Flexibilität zu haben, jeden Teil des Erfahrungsspektrums erleben und leben zu können. Reine abgestumpfte Machos sind dabei genau so wenig gefragt wie reine spirituelle Weicheier.

Auch wenn Johannes sicher ein extremes Beispiel ist, begegnen mir in meinen Coachings immer wieder Männer mit den gleichen Problemen. Erfolglosigkeit bei Frauen, Geldprobleme, mangelnde Durchsetzungsfähigkeit, Abhängigkeit oder mangelnde Motivation sind alles Anzeichen für einen unterentwickelten Krieger-Archetypen.

Sich Ziele zu setzten, regelmäßig seine Kumpels zu sehen und diszipliniert Sport zu treiben, wirkt da oft wahre Wunder. Macht man es sich dann noch zur Gewohnheit, ebenso regelmäßig seiner Angst ins Auge zu schauen, nimmt die Entwicklung der eigenen Männlichkeit ganz neue Züge an.

Foto Header: © Farina3000 – Fotolia.com

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Autor:

Hey! Mein Name ist Sven Philipp. Ich bin Trainer, Coach und Blogger. Zusammen mit Martin Rheinländer schreibe ich die wöchentliche Männlichkeits-Mail, bin als Männercoach tätig und biete Expeditions- sowie Erfahrungsreisen für Männer in die entlegensten Gebiete Europas an. Weitere Infos findest du auf meiner Seite Männlichkeit stärken.

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10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Durch die Aussage, dass Yoga nicht förderlich für eine männliche Entwicklung wäre, fühlt sich mein Krieger aber provoziert.

    Hast du mal was von Kundalini-Yoga gehört? Mach da mal eine Stunde mit und sag nochmal Yoga wäre Weiberkram (Obwohl da viele Frauen sind).

    Man sitzt nicht nur rum, man macht etwas! Es ist viel dynamischer als Hatha-Yoga, es ist Anstrengend und man braucht dafür viel Durchhaltevermögen und Leidenschaft…Und nicht zuletzt Spiritualität, was durchaus auch zu einer männl. Entwicklung dazugehört (Ich meine nicht diese Pseudo-Shanti-Shanti-Spiritualität, sondern die, wo man aus eingefahrenen Strukturen ausbricht und neue Welten entdeckt, wie Kolumbus, Neil Armstrong u.v.m.).

    Mich regt diese Scheiß Deutsche Ignoranz auf, sobald man etwas nicht kennt wird es verurteilt. Muss das gerade mal rauslassen…Kommt mal klar und erweitert mal euren verdammten Horizont alter! Oder seid ihr euch zu bequem mit euren Vorurteilen in eurer Komfortzone da?

    Antworten

    • Hey Theo,

      ich habe selbst eine fast schon tägliche Yoga-Praxis und meine Freundin ist eine Yogalehrerin. Die Vorzüge des Yoga für die Männlichkeit sind nicht von der Hand zu weisen.

      In diesem Artikel hier habe ich „Yoga“ als metaphorisches Bild benutzt :) Das habe ich scheinbar nicht klar genug rausgestellt.

      Mir ging es in diesem Artikel nicht darum eine Lanze für Machos zu brechen. Aber auch nicht für Softis. Ich bin sogar deiner Meinung: Es ist sehr heilsam sich über seine bequemen Vorurteile zu erweitern.

      Auch dann, wenn sich diese Komfortzone im spirituellen Scheinwelten ohne Erdung in der Realität befindet.

      Also… alles gut. Yoga ist klasse! Besonders für Männer. Und erst heute haben wir einen Artikel über die Vorurteile und den Nutzen von „Yoga für Männer“ auf unseren Blog veröffentlicht.
      http://www.maennlichkeit-staerken.de/gesundheit/yoga-fuer-maenner/

      Wie das Leben manchmal so spielt.

      Viele herzliche Grüße
      Sven

      Antworten

      • Na Ja, in einem Punkt hast du schon Recht:

        Von vielen wird Yoga heutzutage als Wellness angesehen und wenn man ernsthaft Yoga betreiben will, sollte man schon sowohl das Yang (männl. ), als auch das Yin (weibl.) würdigen.

        Ich musste auch suchen, bis ich einen guten Yoga-Lehrer und den für mich passenden Yogastil gefunden habe und ich glaube gerade für Männer ist es wichtig, auch einen männlichen Lehrer zu haben.

        Ersma…

        Antworten

  2. Ich hätte noch einen weiteren Tipp:

    Frauen wollen Erwachsene Männer. Für einen Mann ist es wichtig seine Mutter zu verlassen und sich allein auf den Weg zu machen – erst dann hat er eine Chance männlich zu sein.

    Antworten

  3. welch GENUSS deine Worte

    die Welt braucht
    MÄNNER in ihrer KRAFT
    und FRAUEN in ihrer Weiblichkeit

    so kann Mann ganz Mann sein
    und Frau ganz Frau sein

    welch neuer Weg, sich uns damit offenbart.

    DANKE für deinen Impuls

    Mit lieben Grüßen aus Tirols Bergen
    Daniela

    Antworten

    • Hey,

      ich glaube, dass die Welt flexiblere Menschen braucht, die beides in sich vereinen. Das muss nicht 50-50 sein, ich glaube auch nicht dass das gut wäre, geschweige denn gehen würde.
      Als Mann muss ich aber in vielen Situationen auch Einfühlungsvermögen haben können und flexibel auf eine neue Situation reagieren können.
      Da kann die Keule auch im Schrank blieben ;) und das sage ich als Kampfsportler ;)

      LG

      Johannes

      Antworten

      • Johannes. Da hast du recht!

        Es kommt viel eher auf die Flexibilität an, als auf männlich oder weiblich. Für Männer die zu sehr auf der weiblichen Seite unterwegs sind bedeutet Flexibilität dann auch mal die Keule aus dem Schrank zu holen.

        Für so manche „Machos“ bedeutet es die keule im Schrank zu lassen :-)

        Antworten

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