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Vipassana Meditation-Retreat: Meine 5 wichtigsten Erkenntnisse aus 10 Tage Schweigen und Sitzen

Meinen 5 wichtigsten Erkenntnissen aus dem Vipassana Meditations-Schweige-Retreat

Ich möchte dir dir heute von meinen 5 wichtigsten Erkenntnissen aus dem Vipassana Meditations-Schweige-Retreat erzählen. Falls du diesen Kurs besuchen willst, um Meditation zu lernen, so lese bitte vorher diesen Artikel, denn der Kurs ist nicht ohne.

Viele meiner Freunde haben diesen Kurs belegt und so wollte ich ebenfalls die Erfahrung machen, was es mit mir macht, 10 Tage einfach nur zu meditieren. Ohne zu sprechen und ohne jeglichen Kontakt nach außen.

Unter den Meditationskursen ist das Vipassana Meditations-Retreat wohl eine der intensivsten Formen, weshalb ich das keinem Neuling empfehlen kann; auch keinem, der Heilung oder Erlösung von psychischem Leiden sucht.

Es stellt für mich einen Weg zur Vertiefung der Selbsterkenntnis dar, sofern man sich gefestigt, sicher und selbstbewusst fühlt.

Da man für 10 Tage den Fokus komplett auf sich selbst richtet und jegliche Ablenkung nach außen vermeidet, kann man große Erfahrungen machen und mehr über sich lernen.

Das sind meine wichtigsten Erkenntnisse, dich in diesen 10 Tagen der Stille und inneren Einkehr erfahren, vertieft oder wiederentdeckt habe.

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Erkenntnis 1: Wahrnehmen, was wirklich ist, geht nur durch Gedankenstille

Eines der Kernanliegen der Vipassana-Technik ist die Wahrnehmung dessen, was ist. Geübt wird das in diesem Kurs anhand der eigenen Körperempfindungen („sensations“).

Die Aufmerksamkeit in den Meditationen wird ausschließlich auf den eigenen Körper gelegt, was ich sympathisch finde. Es stärkt den Kontakt zu sich selbst und fördert auch den Zugang zu den eigenen Gefühlen.

Anfangs wird die Aufmerksamkeit nur auf den Nasenbereich, später auf den ganzen Körper gelegt; „von Kopf bis Fuß und von Fuß zu Kopf“.

Ziel ist es, die Wahrnehmung immer sensibler und feiner werden zu lassen. Anfangs nimmst du vielleicht nur den Oberarm wahr, später kannst du Zentimeter für Zentimeter deiner Haut wahrnehmen.

Dort findest du dann die verschiedensten Empfindungen, wie z.B. ein Kitzeln, Jucken, Vibrieren, Strömen, Pulsieren, Ziehen, Prickeln etc. – wie auch Hitze oder Kälte.

Die Theorie ist, dass sich auf und in unserem Körper an jeder Stelle ständig Empfindungen wahrnehmbar sind. Wenn wir zu viel im Denken sind oder der Körper verspannt ist, ist uns der Zugang dazu nur versperrt.

Es kann am Anfang enttäuschend sein, nichts oder nur ganz wenig an seinem Körper zu spüren. Je länger man jedoch die Aufmerksamkeit gedankenlos auf einen Punkt richtet, desto höher wird die Chance, dort etwas zu spüren.

Je entspannter der Körper ist, desto unmittelbarer erscheint eine Empfindung. Das ist auch der Grund, warum ich in meiner Arbeit die Körperarbeit integriere. Sie löst Verspannung und lockert den Körper auf. Damit wird er durchlässiger. Man kann den Körper wieder spüren und Gefühle fühlen. Die Werkzeuge dafür zeige ich im zweiten Buch: Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte.

Ein erster wichtiger Schritt ist das Entwickeln einer sensitiven Wahrnehmung für sich selbst. Im Zustand des Denkens ist das bewusste Wahrnehmen nicht oder nur beschränkt möglich. Bist du in der Lage, urteilsfrei und neutral wahrzunehmen, offenbart sich eine neue Erfahrung, denn du erfährst die Dinge, wie sie wirklich sind.

Buch Dinge die ich mit 18 gerne gewusst hätte

In meinem ersten Buch habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest.
Alle Infos und Leseprobe anschauen

Falls du mehr darüber erfahren willst: Wege und Übungen zur Wahrnehmung beschreibe ich im ersten Buch: Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte.

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Erkenntnis 2: Dein Fokus bestimmt die Intensität deines Wirkens und Erfahrens

Blicken wir auf unsere Gesellschaft so sticht eines besonders hervor: Zerstreutheit. Der Mensch ist völlig de-fokussiert. Radio, Fernsehen, Computer und Smartphones sind dabei die wichtigsten Medien, die der Mensch für die Zerstreuung seiner Aufmerksamkeit nutzt. Den Grund dafür beschreibe ich auch im zweiten Buch.

Die Folge ist jedoch, dass nichts wirklich wahrnehmbar ist und nichts wirklich entstehen kann.

Der Fokus ist eine Bündelung von Energie. Ich merke das gerade bei meinen Herzensprojekten, auf die ich mich immer intensiver fokussiere. So beginnen sie zu gedeihen und ich kann später die Ernte einfahren.

Hältst du eine Lupe ins Sonnenlicht, kannst du damit ein Feuer entfachen. Genau so ist das bei allem, dem du deine Aufmerksamkeit schenkst. Willst du bei einer Sache ein größeres Ergebnis erzielen als bisher, musst du deine Aufmerksamkeit darauf intensivieren. Sie ist beschränkt und kostet Energie, deshalb ist sie auch so kostbar.

Es liegt an deiner Bewusstheit und Achtsamkeit, ob du deine Aufmerksamkeit von Facebook, blinkenden Geräten oder sonstigen sinnlosen Aktivitäten zerstreuen lässt. Willst du mehr erfahren, mehr spüren, mehr fühlen, mehr erreichen, musst du lernen, deine Aufmerksamkeit auf eine Sache zu fokussieren.

Bei der Vipassana-Technik geschieht das durch das Richten der Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper.

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Erkenntnis 3: Egal was auch passiert, du musst nicht reagieren

Teil der Vipassana-Technik sind 3 Meditationseinheiten, in denen man sich selbst – soweit es geht – nicht bewegen soll. Es geht um das Wahrnehmen, was ist, ohne darauf zu reagieren.

Da ist vielleicht die Empfindung eines Juckens, Kitzelns oder auch Schmerzes (durch das lange Sitzen), und du lernst, nicht darauf zu reagieren, sondern in der Wahrnehmung zu bleiben.

Der Hintergrund ist das Gesetz der Veränderung.

Alles, was ist, verändert sich in jedem Moment. Alles, was ist, geht vorbei.

Wir werden geboren, leben und sterben. Und genau so ist es mit allem. Dies darf man in diesem Meditationskurs sehr deutlich anhand der Körperempfindungen erfahren.

Es juckt dich und du reagierst nicht auf den Impuls des Kratzens, sondern bleibst weiter in der neutralen Wahrnehmung.

Besonders wichtig finde ich das Nicht-Reagieren in Bezug auf die eigenen Gefühle. Die meisten Menschen sind beschäftigt, um sich selbst nicht zu fühlen. Sie wollen nicht wahrnehmen, was ist.

Dies kann man jedoch in dem Kurs lernen. Wichtiger als das Wahrnehmen ist in diesem Fall jedoch das Fühlen der Gefühle. Das ist einer der Kritikpunkte, die ich an der Vipassana-Technik habe. Dazu komme ich aber noch.

Der Mensch ist ständig damit beschäftigt, auf das zu reagieren, was er im Außen oder Innern erfährt. Durch das permanente Tun kann er jedoch nicht erfahren was passiert, wenn er nichts tut. Die Dinge verändern sich nämlich von selbst, sofern wir diese loslassen und ihnen ihre eigene Form der Lebendigkeit erlauben.

Das Nicht-Reagieren und Wahrnehmen dessen, was ist, ist eine gute Möglichkeit, um große spirituelle Erkenntnisse über sich selbst und das Leben zu erfahren. Alles lebt und verändert sich selbst. Es gibt in Wahrheit nichts zu tun, nichts zu bekämpfen und nichts zu vermeiden, wenn wir uns für das Leben entscheiden und uns hingeben. Ein Gewinn dabei ist Freiheit.

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Erkenntnis 4: Gefühle sind zum Fühlen da, nicht zum Beobachten

Diese Erkenntnis weicht von der Vipassana-Theorie ab. Vipassana sagt, dass alles, auch die Emotionen beobachtet werden sollen. Da es jedoch nicht nur mein Ziel ist, mehr zu spüren, sondern auch mehr zu fühlen, habe ich dieses Gebot nicht eingehalten, weil ich es schon aus meiner bisherigen Praxis kenne.

Beim Beobachten von Gefühlen habe ich erfahren, dass ich leblos werde. Tiefe Freude ist in diesem Zustand auch nicht zu erfahren. Denn sie kommt nur zum Vorschein, wenn alle unmittelbaren Gefühle durchfühlt werden.

Jedes Gefühl besitzt ebenfalls Energie, um zu leben. Beobachten wir das Gefühl nur, können wir die Lebendigkeit dahinter nicht erfahren. Schlimmstenfalls setzt sich die Energie irgendwo im Körper fest und bildet damit die Grundlage für Verspannungen.

Willst du mehr Lebendigkeit, öffne dich für all deine Gefühle. Wut, Trauer, Angst, Scham und Freude. Erlaube allen, da sein zu dürfen und schenke ihnen deine Aufmerksamkeit. Nehme wahr, wie es dir geht und erlaube ebenfalls die Lebendigkeit, die jedes Gefühl mit sich bringt. Du kannst die Energie in deinem Körper spüren, womit die unterschiedlichsten Empfindung einhergehen. So kannst du deine Empfindungen spüren, während du das Gefühl fühlst.

Dabei ist es so, dass wir auch in jedem Moment einen Gefühlszustand haben. Es ist also immer ein Gefühl da, das wir fühlen können. Übungen, um den Zugang zu den Gefühlen zu stärken, findest du ebenfalls im zweiten Buch.

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Erkenntnis 5: Denken ist die größte Sucht

Alle Gefühle zu fühlen, bedeutet auch, schmerzhafte Gefühle zuzulassen. Bei der Vipassana-Meditation wurde mir dabei der größte Ablenkungsmechmanismus wieder einmal sehr deutlich vor Augen geführt: das Denken.

Durch das lange, regungslose Sitzen beim Vipassana (10 Stunden pro Tag), entstehen Schmerzen in den Beinen und im Rücken. Der erste Impuls ist natürlich das Verändern der Sitzpositition, was ja nicht im Sinne der Vipassana-Praxis ist.

Kämpfe ich gegen die Schmerzen an, werden sie stärker und das Leiden hört nicht auf. Öffne ich mich jedoch für den Schmerz und erlaube auch ihm, da zu sein, habe ich in diesem Retreat zumindest die Erfahrung gemacht, dass er sich verändert und z.B. weniger wird. Andere berichten, dass er ganz verschwindet.

Dabei wurde ich immer wieder in Gedankenströme gerissen. Ich erlebte sie als völlige Unbewusstheit. Ich habe mich durch das Denken von alldem abgekapselt, was gerade geschieht, also in diesem Fall die Schmerzen. Das hat auch wunderbar funktioniert.

Die Gedanken waren wie eine innere Trance, eine Selbsthypnose, in der ich die komplette Wahrnehmung verloren habe. Dabei ist es egal, welche Gedanken es sind. Der Verstand denkt sich da die kreativsten Dinge aus, um das Bewusstsein zu beschäftigen.

Da mehr Lebendigkeit mein Ziel ist, habe ich erfahren, dass ich mich auf diesem Weg auch für den Schmerz öffnen muss, sei es körperlich oder auf Gefühlsebene. Öffne ich mich für das Empfinden von Schmerz auf Körperebene, erleichtert das auch das Fühlen von schmerzhaften Gefühlen. Es ist wie eine Umprogrammierung des Unterbewussteins. Die Schutzmaßnahme durch „denken“ wird nach und nach durch das Wahrnehmen und Fühlen ersetzt.

Lassen wir zu, was ist, geschieht Selbstheilung. Gefühle und Körperempfindungen kommen und gehen, sofern wir sie komplett zulassen und erleben. Nochmals zur Klarstellung: Gefühle würde ich nach der Vipassana-Technik nicht beobachten, sondern durchfühlen! Mache dabei jedoch am besten deine eigenen Erfahrungen.

Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte

In meinem zweiten Buch habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
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Fazit

Vipassana hat seine Vor- und Nachteile. Aufgrund der Intensität kann ich es keinem Anfänger empfehlen. Auch keinem, der irgendwie etwas erleben oder erreichen will. Denn Vipassana bedeutet wahrnehmen, was ist – nicht, einen wie auch immer gearteten Zustand herbeizuführen.

Mache das Vipassana Meditations-Retreat also nur, wenn du offen dafür bist, auch alles zu erleben, was eintreten kann. Falls du eine Abneigung gegen Schmerz hast und dich dafür auch nicht öffnen willst, ist Vipassana nichts für dich.

Denn in diesem stimme ich der Vipassana-Philosophie zu: Was wir wahrnehmen können, ist weder gut noch schlecht. Es gibt keine guten oder schlechten Empfindungen. Freude ist wie Schmerz. Beide sind weder gut noch schlecht. Sie sind, wie sie eben sind. Lösen wir uns von der Bewertung, können wir sie in reiner Form erfahren. So können sie von selbst wieder gehen und es kommt etwas Neues. Das ist ein Teil des Geschehenlassens (siehe zweites Buch).

Womit ich mich auf diesem Meditations-Retreat nicht anfreunden konnte, war der Gesang spiritueller Texte. Diese wurden zu Anfang und Ende jeder Stunde vom Band abgespielt. Ich empfand das als störend, obwohl sie als Unterstützung der Meditation gedacht waren.

Wer sich gewappnet dafür fühlt und nichts sucht oder erwartet, sondern sich einfach nur auf das Meditieren einlassen will, für den empfehle ich das Vipassana-Retreat nicht als Einstieg, sondern als Vertiefung einer bestehenden Praxis.

Was sind deine Erfahrungen mit Vipassana oder den Erkenntnissen?
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Elias Fischer

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Hallo! Ich arbeite als Begleiter für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich. Dein Elias Fischer

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