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Was ist eine Familienaufstellung und was habe ich dabei erfahren?

Was ist eine Familienaufstellung

Vor einigen Tagen war ich zum ersten mal auf einer Familienaufstellung und das war ein richtig krasses Erlebnis. Ich muss sagen, dass das für alle Beteiligten eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten ist, zu heilsamer Erkenntnis zu gelangen. Konflikte in einem selbst und zu anderen Menschen können in einer Familienaufstellung wunderbar ans Tageslicht gelangen. Das beste daran ist, dass die anderen Menschen, die scheinbar mit dem eigenen Problem verbunden sind, nicht anwesend sein müssen.

Der Ablauf der Familienaufstellung war wie folgt: Im Raum waren neben dem therapeutischen Aufstellungsleiter rund 15-20 Menschen, die sich als Zuschauer oder als Stellvertreter an der Problementdeckung eines anderes Menschen beteiligen wollten (Ein Dienst der Liebe). Ein Mensch – der Aufsteller – erzählt also von seinem Problem und seines gewünschten Entwicklungsschrittes. Das kann z.B. sein: „Ich habe Streit mit meiner Mutter, möchte mich aber gut mit ihr verstehen“ oder „Ich habe Blockaden, die meine Gefühle nicht zulassen; ich möchte jedoch aus mir heraus gehen“.

Der Aufsteller klärt dann mit dem Leiter die Rollen, die aufgestellt werden sollen. Am besten ist es, wenn der Aufsteller diese nach seinem Gefühl wählt; der Leiter steht jedoch helfend zur Seite, um eine sinnvolle Wahl zu treffen. Eine Rolle ist eine Sache oder ein Mensch, der irgendwie mit dem eigenen Problem zu tun hat oder haben könnte. Die Rolle kann ein körperliches Symptom sein (z.B. eine Krankheit), Gefühle (z.b. Unlust), eine Arbeitsstelle oder einfach ein Mensch, auch wenn dieser schon verstorben ist.

Für die ausgesuchten Rollen werden dann aus den teilnehmenden Personen die jeweiligen Repräsentanten ausgesucht. Jeder Ausgesuchte kann dann selbst entscheiden, ob er oder sie die Rolle annimmt oder nicht; es ist alles freiwillig.

In der Aufstellung, in der ich war, begannen wir mit folgenden Rollen: Die Blockade (die ich sein durfte), die Gefühle und eine Person, die den Aufsteller selbst dargestellt hat. Diese wurden vom Aufsteller im Raum nach Gefühl verteilt.

Und jetzt beginnt das Interessante: Die Repräsentanten sind nun über welche Wege auch immer mit den Energien des Aufstellers bzw. mit den Personen verbunden, die sie darstellen. Die Frau mit den Gefühlen war direkt wie erstarrt, konnte sich nicht mehr bewegen und war mit dem Kopf abgewandt. Ich stand als Blockade erstmal neben den Gefühlen, konnte die anderen beiden aber gerade noch sehen. Der Repräsentant des Aufstellers hat sich dann in das nächste Eck verkrochen und die Hände über den Kopf gelegt. Ich als Blockade folgte meinen Impulsen und folgte ihm, um ihn zu trösten.

Das bedeutet, diese Personen, die in keiner Weise etwas mit dem Aufsteller zu tun hatten, haben ihm direkt seine unbewussten Muster vor Augen geführt: „Er möchte nicht gerne bei seinen Gefühlen sein und flüchtet lieber. Die Blockade ist bei ihm und gibt ihm Schutz“.

Alle teilnehmenden Personen konnten also hier schon etwas fürs Leben erkennen: Blockaden sind etwas Gutes, denn sie haben uns irgendwann einmal das Leben gerettet. Denn wie sich später herausstellt, hatten sich derart viele Gefühle angestaut, dass daran die Welt zugrunde gehen würde, wenn sie alle auf einmal herauskommen würden. Die Blockade hat also den Sinn, nur so viele Gefühle durchzulassen, wie man sie selbst auch verarbeiten kann.

Das waren jetzt aber nur die ersten 5 Minuten; die ganze Aufstellung dauerte zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen. Der Leiter hat noch weitere Rollen aufstellen lassen, von denen er meinte, dass sie bei der Erkennung des wahren Problems hilfreich sein könnten: Den unbekannten Vater, der scheinbar ein großer Teil des Problems war; die Seele, die dem Aufsteller den „Rücken stärkte“; und ein homöopathisches Mittel, das (in diesem Fall) heilend für den Kontakt zu den Gefühlen wirkte.

Am Ende stellte sich heraus, dass der Aufsteller niemals so sein wollte wie sein Vater, denn er habe sich „wie ein Arschloch verhalten“: Er ist einfach abgehauen, weil er das Kind nicht wollte und sich nicht um ihn gekümmert hat. Weil er nun selbst kein „Arschloch“ sein wollte, hat er es allen Menschen Recht gemacht; hat sich politisch für das Gute eingesetzt und den Beruf des Sozialarbeiters gelernt. Er hat also die Rolle eines Gutmenschen gespielt, ohne im Einklang mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen zu sein.

Wer ständig um das Wohl anderer bemüht ist, hat keine Zeit mehr, sich um sich selbst zu kümmern. Ein Teil der Problemlösung, die der Aufsteller nun nach dieser Familienaufstellung neben der Aufsuchung des Vaters angehen kann, ist es zu riskieren, ein „Arschloch“ zu sein. Das bedeutet, sich nicht ständig anderen unterzuordnen, sondern eigene Wünsche, Bedürfnisse und vor allem Gefühle anzuerkennen und auszudrücken. Darüber habe ich einen separaten Artikel geschrieben: „Das Risiko eingehen ein „Arschloch“ zu sein!

Regelmäßig wurden alle Repräsentanten der Familienaufstellung gefragt, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen. Das ermöglichte es dem Aufsteller zu erkennen, wie es um seine Seelen- und Gefühlswelt steht. Die Aufstellung hat auch verdeutlicht, was die Ursachen des Problems sind. Das ermöglicht es, einen gezielten Weg der Heilung zu gehen.

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Eine Familienaufstellung löst also nicht immer Probleme, sondern zeigt sie eher auf. Bei manchen können die Probleme allein durch das Erkennen aufgelöst werden, andere brauchen je nach Schwere mehrere Jahre, was aber völlig normal ist. In anderen Aufstellungen werden übernommene Pakete, die schwer auf einem lasten, an Elternteile zurückgegeben, um sich zu erleichtern. Das ist von Fall zu Fall anders.

Mein Ersteindruck ist klar: Probier die Familienaufstellung auf jeden Fall mal aus. Wenn es was für dich ist, wird es dir helfen; falls nicht, ist dein Weg ein anderer. Das schöne bei der Aufstellung ist, das man hier sein Problem mit anderen Menschen (verbal) teilt, was eine ungeheure Heilungskraft durch die mithelfenden Personen ermöglicht. Auch Konflikte, die über Generationen hinweg in der Familie weitergegeben wurden, können dabei aufgelöst werden.

Wir sind meines Erachtens eindeutig im Zeitalter der Heilwerdung. Wer also den inneren Drang verspürt, sich zu heilen, um sich zu entfalten und neue Tiefen des Lebensglücks zu erfahren, findet dazu ein hervorragendes Feld an Möglichkeiten, um dem nachzugehen. Die Familienaufstellung ist dabei ein Weg.

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Foto: pattyfly / photocase.com

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mir hat die Aufstellungsarbeit sehr geholfen und ich konnte durch das Klären und auch verabschieden
    meines Problems, völlig neue Wege gehen. Ich finde diese energetische Kraft im Raum unglaublich und wie man im Nu Muster erkennen kann, welche schon seit Generationen innerhalb einer Familie weitergereicht wurden. Manch eine zeitraubende Therapie hätte ich mir sparen können, wäre ich früher schon diesen Weg gegangen.
    Herzliche Grüße Joona

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