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Ich müsste, ich sollte: Wie wir uns selbst unter Druck setzen

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Viele Menschen fühlen sich unter Druck gesetzt. Was ihnen dabei unklar ist, dass sie sich selbst unter Druck setzen. Ich möchte dir das in diesem Artikel genauer erklären, wie uns selbst stressen, indem wir zu sehr auf die Umwelt und auf unsere Gedanken hören.

Als ich heute Morgen aufstand, hatte ich zu nichts wirklich Lust. Ich spürte einen Druck in meinem Kehlkopf. Ein Hauch von Traurigkeit war da. Ich wusste nicht, wieso und weshalb.

Eins stand jedoch fest: Mit diesem Kloß im Hals kann ich nicht arbeiten. Also ging ich spazieren und setzte mich auf eine Parkbank. Ich wollte in Ruhe fühlen, das Gefühl durchfühlen, damit es sich lösen kann.

So saß ich da, am frühen Morgen auf einem Spielplatz mitten in der Stadt, schloss die Augen und kehrte meine Aufmerksamkeit auf meinen Körper und das damit einhergehende Gefühl.

Gedanken von von „Ich müsste“ und „Ich sollte“ tauchen immer wieder auf

Immer wieder kamen Impulse von „Ich müsste“ und „Ich sollte“. Es war ein Zug da, aufzustehen und mich der Arbeit zu widmen. Aber der zweite Gedanke führte immer zu der Einsicht, dass das in dieser Verfassung nichts bringt. Ich wäre dann einfach nicht voll da, solange mir eine Gefühlsenergie im Halse steckt.

Also blieb ich sitzen und fühlte weiter. Ich spürte die Energie in meinem Körper, wie sie pulsiert, kribbelt und durch meine Glieder strömt. Ich stellte mal wieder fest, welches Geschenk diese Wahrnehmung des Innern ist. Dabei kann ich mein Inneres nur wahrnehmen, wenn ich nicht denke, sondern wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit nur bei mir bin, im Innern.

Nach einer Weile fühlte ich ein Ankommen. Das Sein in der Stille auf dieser Bank und das Versinken in mein Inneres fühlte sich so an, als würde ich zu Hause ankommen. Ein wohliges Gefühl breitete sich aus, einfach nur in mir sein zu dürfen, ohne etwas tun zu müssen.

Unsere heutige Welt in Eile und Stress: Menschen, die unter Druck stehen

Immer mal wieder öffnete ich die Augen und sah die Menschen. Die meisten waren beschäftigt. Dann fiel mir die Postbotin auf. Sie ging sehr schnell. So schnell, dass ich mir vorstellte, dass sie es wohl eilig hat. Womöglich steht sie unter Druck, eine bestimmte Menge an Post heute noch auszuliefern. Womöglich geht ihr Feierabend drauf, wenn sie ihr Soll nicht erfüllt. Also lieber schnell machen und sich beeilen, damit man noch etwas Freizeit am Tagesende hat.

Wenn ich unsere Welt wahrnehme, geht das nicht nur der Postbotin so, sondern ziemlich vielen Menschen. Viele meinen, sie müssten etwas in einer bestimmten Zeit leisten. Die meisten Menschen in unserer Welt sind ziemlich beschäftigt.

Aber warum?

Wie sieht das Leben aus, wenn wir uns selbst nicht so unter Druck setzen?

Was wäre, wenn die Postbotin in einer normalen Geschwindigkeit geht, so dass sie immer noch im Kontakt mit ihrer Umwelt sein kann?

Das kannst du selbst ganz bewusst ausprobieren: Gehe für ein paar Minuten schnell durch die Straßen und versuche, deine Umwelt wahrzunehmen. Danach gehe wirklich ganz langsam. So langsam wie du nur kannst, und versuche, deine Umwelt wahrzunehmen.

Der Unterschied ist fundamental.

Du wirst erkennen, dass du nur in der Wahrnehmung sein kannst, wenn du anhältst. Wenn du aufhörst, „schnell, schnell“ zu machen. Wenn du dir erlaubst, die Dinge langsam zu tun.

Sich selbst unter Druck zu setzen ist wie eine Trance. Wir verlassen uns selbst und wir sind nicht mehr wir selbst. Wir sind wie ein Huhn im Koffeinrausch, das hastig und völlig verwirrt durch die Gegend rennt.

Und dann fragen sich alle:

  • Was ist mein Sinn im Leben?
  • Was soll ich nur machen?
  • Wie werde ich endlich glücklich?

Das sind Fragen, deren Antwort wir nur erfahren können, wenn wir anhalten. Stattdessen erlebe ich eine Welt des Beschäftigtseins. Machen, tun, rennen, erreichen, arbeiten, aufbauen, schuften, und sich ablenken.

Ein erster Schritt: Wie wir uns von dem inneren Druck befreien

Durch das ständige Tun werden wir getrennt von uns selbst. Somit ist die Verbindung zu deiner inneren Führen gekappt. Der Weg ist der gegenteilige Lebensstil:

  1. anhalten
  2. entspannen
  3. sich selbst wahrnehmen
  4. sich selbst spüren
  5. sich selbst fühlen

Versteh das bitte nicht falsch. Es bedeutet nicht, dass du nur einfach nichts tust. Im bloßen Nichtstun ist dein Kopf weiter aktiv und dein Verstand beschäftigt dich mit Gedanken. Denken ist Tun!

Du kannst nur wahrnehmen, wenn du aufhörst, nachzudenken. Oder anders gesagt: Ein Weg um das Denken zu pausieren. ist der Weg in die Wahrnehmung. Du kannst damit beginnen, indem du deine Umwelt wahrnimmst. Am besten nimmst du jedoch dich selbst wahr: deine Gedanken, deinen Körper und deine Gefühle.

Es ist nicht wichtig zu erfahren, woher ein Gefühl kommt. Das Wichtigste ist, dass wir es durchfühlen.

Warum gehen so wenig Menschen nach Innen?

Wenn ich in den Park gehe oder mich auf eine Bank setze, bin ich der Einzige, der im Sein ist. Ich bin der Einzige, der sich nicht beschäftigt. Ich bin der Einzige, der sich selbst wahrnimmt und gleichzeitig seine Umwelt. Ich blicke den Menschen in die Augen. Bin offen für Kontakt.

Warum bin ich der Einzige, der einfach nur so ist?

Der einzige Kontakt, der auf diese passive Weise entsteht, ist der zu Tieren und Kleinkindern. Warum können Kinder einem noch länger in die Augen blicken? Und warum können das die meisten Erwachsenen nicht mehr?

Warum ist es also so schwierig, anzuhalten und einfach zu sein?

Was passiert dann mit dir?

Was hält dich davon ab?

Bitte teile dich mit und hinterlasse unten einen Kommentar.

Ich möchte auf diese Weise mehr erfahren und eventuell Lösungen finden. 

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Foto: Ian D. Keating / flickr.com / Thosa Photo / photocase.de

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Elias, jetzt hast du mich soweit, dass ich deinen Newsletter abonniere. Ein toller Artikel. Ich hatte vor 3 Jahren eine Art Burn Out und habe seitdem chronische Spannungskopfschmerzen. Ich reduziere meinen Druck und meine Anforderungen an mich selber sehr und es wird sehr langsam aber stetig besser. Ich habe mich selbst wieder erkannt in deinem Artikel, da mir viele Menschen um mich herum ebenfalls sehr auffallen, die durch das Leben hetzten. Diese Menschen tun mir immer sehr leid. Wenn ich selber mit mir im Reinen bin und mich von den Erwartungen anderer lösen kann, kann ich glücklich sein. Oft fällt es mir noch schwer, mich von diesen Erwartungen zu lösen, aber es wird immer etwas besser. Deine Artikel helfen mir sicher dabei. P.s.: Meinen Blog pflege ich als Hobby und ja, ich mache alles selber. Auch die Bilder. Es ist viel Arbeit. Vielleicht stelle ich das irgendwann ein. Ich bin noch unsicher, wie wichtig mir der Blog wirklich ist ;o) LG Janine

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  2. Hallo Elias, schon lange lese ich regelmäßig bei dir, aber ich glaube, ich habe noch nie einen Kommentar hinterlassen. Doch heute soll sich das ändern. :-) – Ja, die Menschheit hetzt und eilt. Es hat für mich manchmal den Anschein, als führe der Zug unseres Lebens immer schneller. Wir sitzen aber gar nicht in diesem Zug, sondern rennen hinter ihm her. – Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke: Eine Woche zog sich wie Kaugummi, wollte einfach nicht vergehen. Frag mal die heutigen Schüler, die empfinden da ganz anders. Nämlich ebenso wie die Erwachsenen auch: Ist schon wieder Freitag? Unfassbar! Die Uhren gehen aber nicht schneller, als früher, deshalb frage ich mich: Ist es nur unser Empfinden, dass wir weniger Zeit zur Verfügung haben oder ist es wirklich so? – Ich denke noch einmal zurück an meine Kindheit auf dem Land. Nach getaner Arbeit hatten alle Zeit. Im Sommer traf man sich draußen im Garten und setzte sich zum Nachbarn auf die Bank, um einen Plausch zu halten – heute undenkbar – auch bei uns auf dem Land. Warum? Weil der eine die Serie im TV nicht verpassen möchte – der nächste geht in die Sauna oder ins Fitness-Studio oder zum Schwimmen, zum Sport, zum Joggen usw. usw. — Es kommt mir so vor, als würden wir rennen, um mehr freie Zeit zu haben. Doch die scheint nur dann sinnvoll verbracht zu sein, wenn wir sie mit vielen Aktivitäten füllen. — Ich komme gerne hierher, lasse mich inspirieren und nehme IMMER etwas für mich mit! Deshalb sage ich dir heute dafür einmal: DANKE! LG Martina

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  3. Lieber Elias,
    danke für diesen heutigen Beitrag. M.E. bist du nicht allein mit deiner zuweilen schmerzhaften Wahrnehmung des schnellen Alltags im Außen um dich herum. Auch teile ich deine hochsensible Empfindung, dass es eine der schwierigsten Aufgaben der Menschheit oder zumindest unserer heutigen Gesellschaft scheint, Ruhe zu finden und für Momente der Stille mehrmals täglich Inne zu halten. Mein persönlicher Eindruck ist insbesondere an Tagen wie heute, dass erwachte bzw. erwachende Menschen wie du und ich eine Art Gegengewicht ins Universum einbringem dürfen. Lange Zeit war ich damit regelrecht überfordert und fühlte mich in dieser Welt fehl am Platz. Heute weiß ich viel mehr, dass es lediglich das sanfte Streben nach Leichtigkeit braucht, mir zu erlauben anders zu sein und den Gefühlszustand bei mir zu bleiben auszuhalten, vielmehr die Dinge auf mich zu kommen zu lassen ohne nach etwas zu greifen oder etwas zu verwerfen. Viele stürzen sich doch gerade dann in den Aktionismus, während wir ins wirkliche Tun, also meditative Denken und auf emotionaler Ebene in die echte Wahrnehmung, unsere Wahrheit kommen.

    Wir spielen die Rolle der Antagonisten gegenüber dieser schnellen Zeit aus Angst, in Stress und voller Druck. Damit tragen wir in gewisser Hinsicht zur Balance aus unserem tiefsten Inneren heraus bei.

    So erkläre ich mir diesen Zustand und durfte dadurch gelassener auf die Hektik unseres Alltags blicken. Genau wie du ging es mir heute…Dabei erweckt es mir ebenso den Anschein als wenn niemand mehr den Jahresverlauf und andere Energien unserer Umwelt beachtet, jedoch unterliegen wir in unser aller Wahrnehmung eben diesen Kräften des Universums. Nehmen wir die Chancen an, die sich uns doch gerade dadurch bieten und genießen einfach nur…aber das Streben nach Leistung und unsere Defizitorientiertheit innerhalb der Gesellschaft locken den Großteil zu sehr in die Ablenkung, den Zustand der scheinbaren Schmerzlosigkeit und Unbeschwertheit.

    Danke für deine Inspiration an diesem mystisch dunklen Herbsttag.

    Alles Liebe

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