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Wut konstruktiv einsetzen: Mein Weg zur Begeisterung und wie man mit Wut umgehen kann

Wut-und-Aerger

Es ist der 29. November 2013. Schon seit längerer Zeit bin ich auf der Suche nach meiner Begeisterung. Begeisterung, wie ich sie als Kind empfunden habe, als ich staunend die Welt erforschte und beim Spielen alles um mich herum vergaß. Bis vor Kurzem dachte ich, ich müsste mir im Außen etwas Neues suchen, das mir Begeisterung und Freude bereitet – eine Tätigkeit, ein Hobby oder eine Beschäftigung. Ich irrte mich.

Warum habe ich es so schwer, Begeisterung zu empfinden?

Heute habe ich ein klares Zeichen bekommen, das mir den Weg zu meiner inneren Begeisterung weist. Ich stelle fest, dass gewisse Kanäle in meinem Körper verstopft sind, sodass meine Lebensenergie mich nicht vollständig durchfluten kann.

Es scheint wohl Blockaden in mir zu geben. Geistige wie Körperliche, die natürlich in Verbindung zueinander stehen. Unterdrücke ich gewisse Gedanken aufgrund von Angst, entsteht ein Energiestau im Körper. Geschieht das öfter, manifestiert sich diese Blockade in Form von Verspannungen.

Körperblockaden durch angestaute Wut

Jedes mal wenn ich etwas sagen oder machen will, um mich auszudrücken und mitzuteilen, und ich dies wegen irgendeiner Angst nicht tue, züchte ich meine Blockaden heran. Diese Blockaden ziehe ich wie eine Kugel, die an mein Bein gefesselt ist, hinter mir her. Sie belastet mich und sorgt dafür, dass ich auch in allen weiteren Lebenssituationen nicht mein volles Potenzial lebe. Ich fahre sozusagen mit „angezogener Handbremse“.

Dadurch, dass ich nicht alles ausdrücke, was in mir vorgeht, brenne ich auf Sparflamme. Ich unterdrücke meine Ängste und schlechten Gefühle, lasse sie nicht zu und wundere mich dann, warum ich mich nicht mehr begeistern kann.

Erst heute habe ich wieder einmal gespiegelt bekommen, dass diese negativen Emotionen, die ich nicht ausdrücke, ein unglaubliches Potenzial mit sich bringen.

Wut und Ärger runtergeschluckt

In meinem Fall sind es Wut und Ärger. Ich habe jahrzehntelang so einiges runtergeschluckt, mit mir machen lassen und mich nicht gewehrt. Ich habe nicht gesagt, welche Gefühle ich dabei habe, wenn ein Mensch etwas Bestimmtes sagt oder macht. Ich hatte keinen Bock auf Streit und Disharmonie. Also habe ich den Brocken runtergewürgt.

Was ich dabei nicht wusste, ist, dass ich es einmal mit dem Fehlen von Begeisterungsfähigkeit bezahlen würde. Sicherlich gab es auch Zeiten in meinem Leben, in denen das Ausblenden von negativen Emotionen eine nur allzu nützliche Schutzfunktion war. Nämlich in den Zeiten, in denen ich zu jung und unerfahren war, um mit diesen Schmerzen umzugehen. Vergangen sind sie deshalb nicht. Sie sind in den Zellen meines Körpers gespeichert. Das wird so lange der Fall sein, wie ich all die unterdrückten Gefühle und Emotionen nicht fühle.

Fühlen als Weg zur Begeisterung

Wenn du also mehr Freude, Begeisterung und Harmonie im Leben haben willst, fühle das, was unterdrückt wurde. Das können Angst, Wut, Ärger, Hass, Schmerz, Trauer oder Groll sein – alles was viele von uns Menschen einfach nicht fühlen wollen.

Es gibt kein Leben, das nur aus Harmonie besteht. Das wäre kein echtes Leben.

Wir leben hier auf Erden nun mal in der Dualität und so gibt es hier zwei Pole. Sonne und Mond, Mann und Frau, Plus und Minus, gut und schlecht, Tag und Nacht, Freude und Trauer, Harmonie und Disharmonie, Hass und Vergebung. Alles besteht, weil es einen Gegenpol gibt und braucht, der es ausgleicht.

Und so muss ich sagen, dass ich mich gut fühle, lebendiger fühle, wenn ich mich meiner Angst, meiner Wut und meinem Ärger zuwende. Der richtige Umgang mit Gefühlen ist also, sie einfach nur zu fühlen. Das Leben schenkt mir dazu alle Hinweise, Werkzeuge und Menschen, die mir dabei helfen. Ich muss nur die Augen öffnen, sehen und den Weg gehen.

Mein Kontakt zur Wut

Alles fing an vor knapp einem Jahr an, als mir meine damalige Freundin erzählte, dass sie was mit einem meiner Freunde hatte. Als sie mir schilderte, wie es ablief und was die beiden gemacht haben (denn ich wollte es wissen), war mein Verstand erfüllt von Gedanken der Wut, des Ärgers und des Hasses.

Das Komische war nur, das ich im Körper nichts gespürt habe. Außer dass mein Herz immer schneller schlug und ich beinahe umgekippt bin. Ich war/bin wütend auf ihn und sie, aber mir fiel keine Möglichkeit ein, es auszudrücken. In all den Jahren habe ich wohl verlernt, diese Emotionen zu empfinden und auszudrücken.

Als ich einem Freund erzählte, dass ich nicht an meine Wut herankomme, meinte er, das sei kein Problem. Er sagte mir: „Kauf dir einen Mundschutz. Ich besorg uns Boxhandschuhe und wir treffen uns auf dem Tempelhofer Feld“.

Ich bin ihm überaus dankbar für das, was dann passierte. Seit Langem war ich mal wieder damit konfrontiert, zu kämpfen. Einen Menschen zu schlagen und selbst Hiebe einzustecken. Allein schon in dieser Situation zu sein, brachte mich zu meiner Angst.

Wir gingen nicht zimperlich miteinander um. Als ich am Boden lag, hat er mich angefeuert und motiviert, nicht aufzugeben. So hat er dafür gesorgt, dass ich auch zu meiner Wut kam und diese auch gleich herrauslassen konnte.

Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte

In meinem neuen Buch, das bald erscheinen wird, habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
Buch anschauen und informiert bleiben

Was tief vergraben ist, braucht also einen entsprechend harten Auslöser, damit es wieder zum Vorschein kommen kann. So gesehen kann ich das Abenteuer meiner Freundin auch als Geschenk sehen.

Das Positive der Wut

Ich habe festgestellt, dass Aggression auch konstruktiv genutzt werden kann, als Treibstoff für Kreativität, Ehrgeiz, Selbstsicherheit und Motivation. Sie gibt mir die nötige Energie, mein Potenzial zu entfalten. Denn ich für meinen Teil habe entschieden: Ich möchte nicht mehr auf Sparflamme brennen, ich möchte ein gewaltiges Feuer sein!

Falls du auch an deiner Wut und deiner Aggression arbeiten möchtest, kann ich dir abschließend noch ein paar Tipps weitergeben:

  • Achte auf die Gefühle in dir, nehme sie wahr und fühle sie; weine, wenn du kannst
  • Teile deine Gefühle mit, anstatt sie zu unterdrücken oder runterzuschlucken
  • Suche konstruktive Kanäle, um an deine Aggression heranzukommen und sie in einer Form herauszulassen, bei der niemand Schaden nimmt. Such dir dazu z.B. eine passende, aktive (Kampf-)Sportart
  • Auch auf therapeutischem Weg kannst du deiner angestauten Wut und Aggression näher kommen, um dein Potenzial zu entfalten. Für Menschen im Berliner Raum gebe ich an dieser Stelle zwei Adressen weiter: Moritz Schumacher und Julian Huntgeburth.

In Zukunft werde ich sicherlich noch mehr über meinen Weg zur Begeisterung und den Umgang mit meiner Wut berichten. Ich kann dir abschließend nur sagen, dass Wut und Ärger zum Leben absolut dazugehören. Wenn du solche Emotionen in dir trägst, ist der Weg der Heilung, diese zuzulassen und zu transformieren, wie auch immer das geschieht.

Sie (aus Unbewusstheit) an seinen Mitmenschen auszulassen, ist sicherlich keine konstruktive Transformation, denn es erzeugt nur neues Leid. Zur Not rennst du in den Wald, schreist, schüttelst dich und zerlegst totes Geäst. Das meine ich ernst.

Primär und letztlich geht es jedoch um das Fühlen ansich, wofür wir das Gefühl nicht ausdrücken müssen. Das Ausdrücken ist nur eine anfängliche Hilfe, um überhaupt wieder in Kontakt mit den eigenen Gefühlen zu kommen. Den Einstieg in dieses Thema und Anleitungen zum Lösen von Körperblockaden findest du im Buch „Dinge, die ich gerne mit 21 schon gewusst hätte„.

Zum Weiterlesen

PS: Trage dich gerne kostenlos in meinen Email-Verteiler ein, um mit mir in Kontakt zu bleiben. Weitere Inspirationen findest du auch in meinen Büchern. Wenn du an tieferen Erfahrungen interessiert bist, bist du zu meinen Events eingeladen.

Autor:

Hallo! Ich heiße Elias und bin Selbstverwirklicher. Ich schreibe hier über Dinge, die ich gerne schon mit 18 gewusst hätte und zu einem erfüllten Leben beitragen. Meine Aufgabe ist es, dich auf deinen Weg der Selbsterkenntnis und Verwirklichung zu unterstützen. Mehr erfahren: Deine Selbstverwirklichung - Mehr über mich: Elias Fischer

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Elias!
    Faszinierender Artikel, vor allem weil dein Umgang mit Wut anscheinend genau das Gegenteil davon war, wie Wut in mir wirkte. Für mich war sie oft nicht klar erkennbar, doch ich habe sie impulsartig ausgedrückt, was mir einige heiße Situationen bescherte.

    Vor einiger Zeit habe ich auch einen Artikel verfasst, wie man mit Wut umgehen kann, sieh ihn dir mal an, er baut auf gänzlich verschiedenen Methoden auf als dein Ansatz.

    http://bewusstewelt.de/blog/innere-wut-nutzen/

    Es würde mich freuen, ein Feedback von dir zu erhalten!

    Alles Liebe
    Dominik

    Antworten

    • Hey Dominik, den Grund für seine Wut zu kennen ist wichig, ja! Erst dann kann ich entscheiden, ob ich mich für meine Grenzen einsetze, oder ob es das nicht wert ist und ich selbst meine Einstellung dazu verändern kann.

      Antworten

  2. Ich traue mich meine Wut zu leben. Voll einfach.

    Brülle wie ein Löwe.
    Tanze wie die wildeste Ureinwohnerin.
    Stampfe.
    Schreie.
    Beiße in Gummibälle.
    Schlage auch mal mit einem Besenstiel auf das Bett.

    Meist nur kurz.
    Danach tiefe Zufriedenheit und
    Vor allem ENERGIE.
    Lachen :)

    Leider schon wieder eine Weile her so auszurasten. Gut das du mich erinnerst.
    Es macht voll Freude ALLES zu sein .

    DANKE

    P.s. Kinder haben ebenso große Freude dabei. ( nicht nur beim zusehen)

    Antworten

  3. Hey Elias,

    ich kenne das so sehr! Diese Suche nach Begeisterung im Außen! Mit dem Satz hattest du mich aber sowas von! Ich glaube bei mir ist es aber nicht, dass ich nicht begeisterungsfähig bin, sondern oft nach „Mehr“ suche, wenn ich grade mal wieder mit allen Interessen durch bin.

    Einen richtig guten Freund hast du da! Ich glaube einfach mal so richtig „Raufen“ und sich auspowern, hilft bestimmt extrem gut um Wut raus zu lassen!
    Ich bin ein Mensch, der sowas nicht im Raum stehen lassen kann. Wenn die Harmonie nicht passt, muss ich darüber reden.
    Und früher bin ich immer sehr gerne einfach mit dem BMX in den Wald(-weg) und dann kilometerweit einfach Gas geben, wenn ich traurig oder enttäuscht war.

    Liebe Grüße,
    Ronja.

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  4. Danke dir Elias,
    für diesen tollen Text!!! Kurz, klar und einfach. Das was in der Psychologie leider oft auf viel zu komplizierte Weise oder unvollständig dargestellt wird.

    Liebe Grüße

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  5. Hey Elias,
    schöner Beitrag. Wie genau äußern sich diese Blockaden bei dir? Ich hatte bei mir in der Vergangenheit festgestellt, dass bei mir eine Art Kloß im Hals entsteht, wenn man etwas anderes sagt, als was man eigentlich meint.

    Ich lese gerad Kraft gelebter Gegenwart von Michael Brown, da geht es genau um dieses Thema (Emotionen fühlen und dadurch lösen). Wird dich sicherlich auch weiterbringen =)

    LG
    Sven – my-lifedesign.de

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