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Schule oder Psychiatrie: „Mein Weg als Hochsensible durch das System und die Suche nach einem anderen Leben“

Schule oder Psychiatrie

Hallo liebe Leser, mein Name ist Anika (19) und ich möchte euch gerne von meinem Leben erzählen, und wie ich gemerkt habe, dass das Leben, so wie es zu sein scheint, nicht alles ist. Es geht speziell um meine Erfahrungen zum Thema Schule.

Warum bin ich so anders…?

…fragte ich mich oft und fühlte mich allein. Schon im Kindergarten war ich die Schüchterne und Zurückhaltende und auch in der Schule bekam ich schnell den Titel der Unsichtbaren. Die, die nie was sagte und nicht auffiel. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich in der Schule jemals wohl gefühlt habe oder richtig Spaß gehabt hätte. Die Schule war für mich ein Ort, der mein Leben vollkommen einnahm, den ich jedoch immer mit negativen Gefühlen wie Angst, Druck, Stress, Zwang, Erdrückung, etc. verband. Ich hatte immer das Gefühl, alles stärker wahrzunehmen, die ganzen Eindrücke und Reize. Und wenn ich nachmittags nach Hause kam, fühlte ich mich vollkommen leer und ausgelaugt. Weil ich Tag für Tag meine ganze Kraft einsetzen musste, nachts oft nicht richtig schlafen konnte und morgens schon mit Bauchschmerzen wieder aufstand. Immer hatte ich das Gefühl, mich anpassen zu müssen und nie ich selbst sein zu können.

Irgendwie waren alle anders als ich. Sie waren selbstbewusst, hatten viele Freunde, gingen auf Partys und konnten sich unterhalten. Ich hatte das alles nicht und eigentlich wollte ich das auch gar nicht. Dinge, für die ich mich interessierte, waren für die anderen vollkommen uninteressant, und so war ich irgendwie immer ein Außenseiter. Unsichtbar und komisch, als käme ich vom Mond.

Hilfeschrei meiner Seele

Ich war immer jemand gewesen, der viel krank war, doch ich dachte, ich hätte einfach kein gutes Immunsystem. Dass jedoch meine Seele um Hilfe schrie, wusste ich damals noch nicht. In der 8. Klasse auf dem Gymnasium nahmen der Druck und die Krankheiten zu und meine Seele fühlte sich so sehr unterdrückt, dass ich gar nicht mehr atmen konnte. Daraufhin wechselte ich mehrmals die Schule und besuchte Therapeuten. Als auch diese mir nicht helfen konnten und ich jedoch körperlich vollkommen gesund war, schlugen sie mir vor, in eine Psychiatrie zu gehen. Doch allein der Gedanke daran war schrecklich. Dort wäre ich noch eingesperrter gewesen als in der Schule. Eine der Therapeuten sagte mir, ich hätte die Wahl: entweder Schule oder Psychiatrie. Doch das konnte es nicht sein, ich wollte einen anderen Weg gehen und ich wusste, dass es dort irgendwo einen geben musste und wenn er noch so steinig war.

In dieser Zeit fragte ich mich ständig, was mit mir nicht stimmte und warum immer jemand anderes über mein Leben bestimmten wollte. Es war so unlogisch für mich, dass das alles keinen Sinn ergab. Ich bekam die Kontrolle und Manipulation des Systems überall zu spüren.

Titel Schulverweigerer

Damals las ich das erste mal von Hochsensibilität und von Indigo- und Kristallkindern. Endlich wurde mir klar, warum ich so anders war. Ich konnte es endlich benennen und verstand, dass ich nicht die Einzige war und es völlig normal ist und ich richtig bin, so wie ich bin. Doch brachte mir das wenig, wenn die Menschen, die mich mit aller Macht in das System zwängen wollten, das nicht verstanden.

In einer Psychiatrie stellten sie ambulant eine Diagnose. Ich sagte kaum ein Wort, doch der Arzt zog für sich die Schlussfolgerung, dass ich Schulangst hätte. Hochsensibilität kannte er natürlich nicht.

Irgendwann, nachdem ich wochenlang krank geschrieben war, von der Schule einen Hauslehrer hatte und dieses ganze Hin und Her hinter mir hatte und mich mehr oder weniger durch gesetzliche 10 Jahre Schulpflicht durchgeschlängelt hatte, hatte das Ganze endlich ein Ende. Jedoch war mir der Titel Schulverweigerer oder schwarzes Schaf wie eingebrannt. Das bekam ich sogar in meiner Familie zu spüren. Da ich einen anderen Weg ging, als das System vorschrieb, war ich natürlich weniger gut. Es dauerte lange bis ich für mich selbst erkannte, dass jeder Mensch gleich viel wert ist und es kein Besser oder Schlechter gibt.

Meine Vorstellung von Leben

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Ich dachte viel nach und stellte mir viele Fragen – über mich, über das Leben, über die ganze Gesellschaft. In dieser Zeit wuchs mein Interesse an Spiritualität und einem Leben, das mehr ist, als nur ein Plan, den andere sich für mich ausgedacht haben. Ich wollte diesem Plan nie folgen, da ich sah, wozu das führte. Für die meisten Menschen scheint das Leben aus Schule, Arbeit, Kinder kriegen und dem Warten auf die Rente zu bestehen und es läuft bei jedem gleich ab. Und wenn sie am Ende die Rente erreicht haben, sind sie körperlich und seelisch so kaputt und sitzen nur noch rum und warten darauf, dass das Leben zu Ende geht. Für mich war klar, dass es da mehr geben muss und dass ich dieser Illusion nicht folgen will.

Ich stelle mir ein Leben vor, das völlig gegenteilig zu dem ist, was man heute Leben nennt. Denn es ist bei den meisten Menschen kein Leben mehr, sondern ein Überleben. Ich aber wünsche mir Freiheit als Grundrecht jedes Menschen. Ich wünsche mir, dass die Menschen aus ihrer Illusion aufwachen, wieder in ihre Selbstverantwortung kommen und aufhören, auf alle anderen zu hören, nur um ihre eigene innere Stimme zu ignorieren. Ich wünsche mir, dass die Menschen den Mut entwickeln, Dinge zu verändern.

Gerade bei dem Thema Schule gibt es so viele notwendige Möglichkeiten zur Veränderung. Für mich würde die Schule nicht Schule heißen, sondern einen Namen tragen, der die Freiheit, Freude und den Spaß widerspiegelt, den man dort empfinden sollte. Sie wäre ein Ort, der viel mehr leuchtet, ein Ort, an dem man sich geborgen fühlt und frei, sich zu entfalten und zu sein wie man ist. Wo es kein Besser oder Schlechter gibt, kein Muss und kein Sollte, sondern nur SEIN. Ein Ort, der auch nicht nur für Kinder gedacht ist, sondern für alle Menschen, die spielen und lernen, oder einfach nur leben wollen.

Was waren deine Erfahrungen in der Schule?
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Foto: NewArt pictures / photocase.de

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Autor:

Mein Name ist Anika und ich bin 19 Jahre alt. Ein Gefühl des Andersseins begleitete mich schon mein ganzes Leben lang. Durch meine Erfahrungen in der Schule begann ich mehr über mich selbst und mein Leben nachzudenken und hinter die Dinge zu schauen. Seitdem gehe ich andere Wege, die mich meinem Wunsch nach Freiheit immer näher bringen. Mit meinen Texten möchte ich meine Erfahrungen und Gedanken teilen und auf alternative Wege aufmerksam machen.

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich sitze gerade verzweifelt hier auf der Suche nach Hilfe für meinen 25jährigen Sohn und bin auf dieser Seite gelandet. Ich glaube, es hilft mir gerade etwas, wenn ich meinen Kummer von der Seele schreibe … etwas. Mein Sohn ist, wie ich selbst nun diagnostizieren mußte, weil kein Therapeut bislang dazu fähig war, hoch sensitiv und verzweifelt am Leben. Durch außergewöhnlich heftige Ereignisse in seinem Leben (beisdeitige Hornhauttransplantation beider Augen bei vollem Bewußtsein über mehrere Stunden) wurde er vor etwa 6 Jahren so aus der Bahn geworfen, daß er wegen entstandenen Angst – und Panikattacken die Schule abbrechen mußte. So lebte er ein paar Jahre isoliert in seinem Zimmer und war kaum noch in der Lage, mit dem bisschen Leben, was ihm geblieben war, zurecht zu kommen. Allein das Rauchen von Cannabis brachte ihn immer wieder in einen besseren seelischen Zustand und so wurde sein Zustand sehr langsam besser aber nie wieder wirklich gut. Seit diesen O.P’s ist er so streßanfällig und enorm verwundbar durch Energien, die ihn bedrängen, zu laut sind, fordern, was er nicht geben kann oder will. Da er immer wieder neue Angstattacken entwickelt, hat er dann auch eine vor’m Kiffen bekommen und das Mittel, was ihm noch am bestebn geholfen hatte, gibt es nun auch seit Jahren nicht mehr für ihn. Inzwischen hat er mit Bravour die Realschule nachgemacht aber fragt nicht wie ! Es war ein Höllentrip ! Daß er sehr begabt ist nur gute Noten schreibt, hilft ihm überhaupt nicht, den schlimmen Schulalltag zu meistern. Er schläft nachts oft nicht, ist dann am Tag hundemüde. Die Reizüberflutung in der Schule setzt ihm sehr zu und vor allem auch die völlig unnötige Dominanz der machtbewußten Lehrer. Solche Energien nimmt er als HSP natürlich unglaublich stark wahr und da er sehr gerechtigkeitsliebend und sozial ist, leidet er über die Maßen darunter. Da er durch seine hohe Intelligenz so manches Mal den einen oder anderen Lehrer sehr klein aussehen läßt, ist er bei denen natürlich nicht sonderlich beliebt und wird, wo es nur geht, abgestraft. Inzwischen macht mein Sohn unter diesen üblen Bedingungen weiterhin eine 2jährige Fachschulausbildung, nur um danach noch das Fachabi dranhängen zu können, um die Möglichkeit des Studierens zu haben. Auch dieser Schulzweig ist für ihn ein Höllentrip und ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, ob er nochmal 1 1/2 Jahre unter diesen Bedingungen durchhält. Zur Zeit ist er so am Boden, glaubt, daß er psychisch nun endgültig kaputt ist und sagt immer wieder, daß er nicht mehr leben möchte und ich als Mutter – und das ist für mich das Schlimmste – kann ihm nicht wirklich helfen. Es gibt einfach keine andere Möglichkeit, an ein Studienplatz heran zu kommen und sein hoher Intellekt braucht Nahrung und Ausdehnung !!!
    Ich weiß nicht, ob es anderen Hochsensiblen auch so geht, daß sie durch den Druck und den Streß so viele körperliche Symptome entwickeln. Mein Sohn hat Asthma und Neurodermitis (zur Zeit so schlimm und im ganzen Gesicht, sodaß er sich auch deshalb kaum noch raus traut), ihm rutschen ständig Wirbel raus, Muskelfasern reißen in den Beinen bei gar nicht so großen Anstrengungen, er ist so dünn, setzt kein Gramm Fett an und jetzt, wo er sich auch noch vegan ernährt, sind nochmal eben 6 Kilo verschwunden.
    Was ich als Mutter besonders schlimm empfinde: Ich fühle mich von unserem System so alleine gelassen damit. Die Lehrer in der Schule haben ihm klipp und klar gesagt, daß sie auf seine Empfindlichkeiten keine Rücksicht nehmen, da müsse er schon mit einem Behindertenausweis kommen (wurde vor einigen Jahren abgelehnt und nochmal will er ihn nicht beantragen) und von der Krankenkasse wird keine „vernünftige“ Therapie bezahlt und ich kann es finanziell auch nicht stemmen. Die paar Mal, die wir aus eigener Kraft Therapien versucht haben, waren alle völlig umsonst, weil kein Therapeut wirklich erkannte, was mit meinem Sohn los ist. Und sollte es einer erkennen …. wie sollte er ihm denn helfen ? Solange unser System so vereinnahmend ist und bleibt, daß einem kaum Freizeit und damit Raum zum Regenerieren bleibt, wird es für diese Menschen immer ein Kampf bleiben.
    Ich weiß nicht, was wird, bin selbst inzwischen psychisch durch das Leid meines Sohnes am Ende. Vielleicht hält er immer wieder und weiter durch und schafft es eines Tages. Vielleicht wird er krank und kränker und endet in einem Häufchen Elend. Vielleicht gibt es ihn auch bald nicht mehr.

    Antworten

    • Es gibt Lösungen, sonst würde das Problem nicht existieren. Wenn du den Widerstand loslässt und die Situation vollkommen annimmst, mit all deinen Gefühlen, wird sich etwas verändern. Andernfalls nicht. Gehe in das Vertrauen. Die Experten und Schulen sind da, du kennst nur noch nicht. Euer Weg, der vor allem der Weg deines Sohnes ist, wird klarer werden, wenn ihr annehmt und vertraut. Alles Liebe, Elias

      Antworten

  2. Hey liebe Anika,

    ich bin 20 und wollte dir sagen, dass mich dein Artikel berührt hat.
    Ich kenne diese Gefühle sehr gut. Bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr lief es für mich in der Schule eigentlich ganz gut. Ich bin immer hingegangen, hatte gute Noten, viele Freunde. Ich merkte zwar schon, dass ich bestimmte Dinge intensiver wahrnahm und vor allem Musik oder Gerüche meine Stimmung mit einem Wimpernschlag verändern konnten, aber ich konnte mich noch gut anpassen. Ich war auch ein vorsichtiges Kind, jedoch nicht schüchtern, eher extrovertiert.
    Dies änderte allerdings schlagartig. Von der sechsten in die siebte Klasse wechselte ich die Schule und damit auch mein ganzes Umfeld. Meine Freunde verlor ich, jeder veränderte sich und ich kam nicht mehr mit. Es ging nicht mehr weiter für mich. Nun zeigte sich meine ganze Andersartigkeit in vollen Zügen. Ich nahm die Dinge noch intensiver wahr (Denn auch ich wurde älter) und war jetzt schnell mit meinen Kräften am Ende, tägliche Reizüberflutung, nur konnte ich es damals leider noch nicht benennen. Ich kam mir wie ein Außerirdischer vor und schien nicht mehr auf der Welle der Anderen mitreiten zu können. Die Themen, über die sie redeten interessierten mich nicht, alles kam mir flach und leblos vor. Und ich hatte das Gefühl jeder benimmt sich gleich, ich fand dann „Freunde“, Bekannte, jedoch fühlte ich mich auch zu denen leider nicht ganz zugehörig. Jeden Morgen wachte ich mit Bauchschmerzen auf, wollte nicht zur Schule. Ich hatte das Gefühl nur Erwartungen zu bedienen und die Anpassung in der Schule zerrte massiv an meinen Kräften. Auch ich kam ausgelaugt nach Hause, konnte nicht schlafen, weil sich schon Panik wegen des nächsten Tages breit machte. Ich hatte das Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen, um nicht komisch angeguckt zu werden und bekam deshalb sogar ein schlechtes Gewissen. Nun war ich schüchtern, zurückhaltend, sagte nicht viel, aus Angst das Falsche zu sagen. Aber ich wollte das gar nicht, ich dachte, das bin ich doch gar nicht. Ich habe doch eigentlich soviel zu sagen. Meine Interessen lebte ich nur zu Hause aus, auf Parties traf man mich nie an. Mir ging es nur noch zu Hause gut. Wenn ich meine Ruhe hatte, in meiner eigenen Welt war. In der achten Klasse hatte ich schon so viele Fehltage, dass man mich zum Therapeuten schickte, 3 Jahre Therapie, 2 mal Psychiatrie, ständige Schulwechsel, Diagnose: Mittelschwere Depression und alles in mir schrie: Das bin ich doch gar nicht, ich WILL doch glücklich sein. . Und Druck, Druck, Druck. Ich hatte soviel Interessen, aber ich war nicht frei und das ist alles, was ich wollte, frei sein. Nun mogelte ich mich wie du durch die 10 Jahre Schulpflicht , wobei ich mein letztes Jahr auf der Abendschule absolvierte. (Zum Glück)

    Im Allgemeinen geht es mir wieder gut. Mein Problem ist, ich möchte Abitur machen, ich wollte schon immer Psychologin werden. Ich mache es per Fernabitur und lerne zu Hause, aber auch das ist schwer. Man benötigt viel Selbstdisziplin, ich ringe jeden Tag mit mir. Und hoffe, dass ich es schaffe.

    Ich denke, es gibt viele Kinder/Jugendliche, die so fühlen und leider macht unser Schulsystem, so wie diese tollen Maßnahmen bei „Schulverweigerung“ (Geldstrafen, etc..in härteren Fällen geht das bis hin zu 2 Wochen Jugendknast und/oder Sorgerechtsentzug) das Ganze nur schlimmer.
    Ich bin auch für eine gravierende Veränderung.

    Jeder sollte sich individuell entfalten können. Wir sind doch keine Roboter, die man in irgendeine Schablone drücken kann. Schule sollte die Einzigartigkeit fördern und sie nicht auslöschen.

    Lg Paula

    Antworten

  3. Liebe Anika

    das kommt mit zwar bekannt vor jedoch hat es eine ganz andere form in meinem leben angenommen und ich dachte der austausch wäre interessant. ich bin jetzt 22 jahre jung und schaffe es das erste mal an meiner ausbildung zu bleiben, nach dem ich jahre lang verweifelt versucht habe mich einzureihen und mich in das „ach so tolle“ gesellschaftssystem welches momentan noch vorherrschend isst einzureihen. ich bin in meinem leben nur in die öffentliche spielgruppe, an diese zeit erinnere ich mich bis heute, ich fühlte mich überrollt und total reizüberflutet. danach hatte ich das wahnsinnige glück, dass meine eltern mich auf eine waldorfschule schickten. dort hatte ich zeit die welt zu entdecken, kein druck mit noten bis ende 6te klasse und da war ich dann schon stark genug mit dem sanften druck umzugehen. als ich jedoch mit 18 dann nach 12jahren waldorfschule und zwei vorgängigen jahren waldorfkindergarten, eine ausbildung beginnen sollte wurden bei mir ziemlich gleiche probleme sichtbar, was dafür sorgte das ich bis jetzt queer durch alle branchen sehr unterschiedliche berufsfelder probiert, als gärtnerin habe ich endlich etwas gefunden das ich ausüben kann. es würde mich interessieren wie du, ihr jetzt nach der schule mit dem berufsleben zurecht kommt…? was für branchen haben sich für euch denn geeignet?

    liebe grüsse und viel kraft an alle :-D

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  4. Hallo Liebe Anika,
    du schreibst mir aus meiner Seele, hab mich in deinem Artikel wieder gefunden.
    Fühlte gleich wie du in der Schulzeit, hatte damals schon Panickattacken und Migräne anfälle,
    konnte das damals als Kind nicht verstehen, war eine Außenseiter in, dachte immer ich sei anders
    und mit mir stimmt was nicht. Heute weiss ich , ich bin eine sehr feinfühlige sensible Seele.
    Heute bin ich 33 Jahre und habe oft noch mühe mich abzugrenzen und zu meiner Meinung und
    zu mir zu stehen. Doch ich habe erkannt das es eine Gabe ist so zu sein,
    auch wenn es nicht immer einfach ist so zu sein.
    Danke dir für deinen Beitrag,
    ganz liebe Grüße Marlene

    Antworten

  5. Unser SCHULsystem ist gar KEIN SCHULsystem sondern ein UNTERRICHTSsystem.
    Wir können es noch so perfekt ändern, es wird nie im Leben ein SCHULsystem daraus.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer rufe ich deshalb dazu auf, den UNFUG DES UNTERRICHTENS zu beenden.
    Unterricht richtet nach unten.
    Da will keiner hin.
    ‚Genau dort trifft man aber in unseren Unterrichtsvollzugsanstalten stöändig alle an.

    Schon über drei Jahrzehnte weise ich darauf hin, dass z.B. die sog. Legastheniker nicht schlechter sondern i.d.R. viel besser als die anderen Kinder schreiben können.
    Sie sind nur zu FEINfühlig für unsere grobe, plumpe Pädagogik, mit der wir die Talente in die Flucht schlagen.

    LERNEN heißt: Fährten des Lebens folgen, Gefahren bestehen, eigene Erfahrungen sammeln – alles Wortfamilie „fahren“.´
    Das ist etwas ganz extrem ANDERES als UNTERRICHTETWERDEN.
    Durch Unterricht wird Lernen vereitelt.
    Durch Unterricht werden Talente missverstanden und misshandelt.
    Unterricht trichtert Papierwissen ein statt die Talente zu heben und zum Wachsen zu bringen.
    Unterricht ist DIE PERVERSION VON LERNEN.

    Der Mensch kann nicht nicht LERNEN.
    Er lernt auch ständig in den Lehrplanvollzugsanstalten, die wir irreführend als Schulen bezeichnen.
    Was lernt er wirklich?
    Das wird in der Regel NIE BEACHTET.
    Ich gebe ein Beispiel:
    Den frustrierten Mathelehrer.
    LERNEN = der SOG-Wirkung von Lebensfährten folgen.
    Nun frage ich:
    Wenn der Lehrer morgens mit der Einstellung: „Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und mit alledem mein Leben lang nichts mehr zu tun haben müsste!“, auf welcher Fährte ZIEHT es die Schüler IHM NACH:
    + auf der Fährte der Mathematik oder
    + auf der Fährte: „Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und mit alledem mein Leben lang nichts mehr zu tun haben müsste!“?
    Wir haben alle keinen blassen Schimmer, was in unseren „Schulen“ wirklich gelernt wird, weil wir nicht gelernt haben, auf SOG-WIRKUNG zu achten.

    In der neuen Ich-kann-Schule ist SOG das Grundprinzip.
    SOG LÖST.
    SOG ist also das Lösungs-Prinzip.
    Wenn ich mein Tun grundsätzlich immer von der LÖSUNG her bedenke, hat das entscheidende Vorteile.
    SCHULE soll wirklich SCHULE heißen, denn das Wort bedeutet (von griech. „echein = haben“):
    innehalten, zur Besinnung und zu sich selbst kommen, mit sich selbst wieder eins werden.
    Genau das Gegenteil wird in unseren „Schulen“ gemacht.
    DAS müssen wir ins Bewusstsein heben und diese „Schulen“ als das bezeichnen, was sie de facto sind:
    Unterrichtsvollzugsanstalten.
    Dieser Unfug ist zu beenden.
    Und dann müssen wir wirklich SCHULE MACHEN LERNEN.
    ALLE.
    Das können wir alle nicht mehr.
    Die Kinder – wenn sie nicht gerade unterrichtet werden – können es noch am besten.
    Kinder sind ausgezeichnete LEHRER.
    Lehrer sind in der Ich-kann-Schule mitreißende Vorbilder für Lernen.
    Das sind Kinder.
    Wir Erwachsenen sollten unsere Bereitschaft entwickeln, VON KINDERN LERNEN ZU LERNEN.
    Ich wünsche uns guten Erfolg.

    Franz Josef Neffe

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  6. Was ich noch erwähnen möchte. Bin schon von Anfang an dafür, dass das Schulsystem und alle Systeme „Menschenwürdig“ gestaltet und geändert werden „müssen“. Um eben, wie Du schon erwähnst, das Leben lebenswerter zu gestalten. Es beinhaltet wesentlich mehr, als es beigebracht und behauptet wird. Es wird viel gelogen und betrogen. Aber es gibt immer mehr Menschen, die sich für die positive Veränderung einsetzen. Wobei auch ich, wo ich kann, dabei helfe und aufkläre, soweit gewünscht. Ich stand schon in jungen Jahren zu meiner Meinung, selbst, wenn alle dagegen waren und behielt recht, weil ich es einfach fühlte, dass es richtig ist. Glaube mir, es kommt der Tag, an dem Gerechtigkeit, Freude, Liebe usw. gelebt werden kann.

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  7. Hallo liebe Anika,

    ich bin zwar schon 58 Jahre aber eine solche Kindheit kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich verstand damals nicht, warum wir Menschen gegen unsere Natur unseren Schlaf unterbrechen müssen, um dann zur Schule gehen zu müssen. Auch ich war, genau wie Du Einzelgängerin und dachte ich bin anders und gehöre nicht dazu, obwohl ich einige Geschwister hatte. Ich ging zwar meinen eigenen Weg, wenn auch oft einsam, aber lieber einsam und selbst denken und fühlen, als denken lassen. Mein Weg war sehr schwer aber mit jedem Stein oder dem sog. negativem Erlebnis wurde ich stärker und selbstbewusster. Es gab viele sog. Schicksalsschläge, die ich meist fast alleine verarbeiten musste und aber wieder gestärkt wurde. Ich wurde dadurch reifer und lernte unendlich viel und das heute noch. Ich begann mich immer mehr zu wehren, wenn man mich in eine Schublade stecken wollte. Ich fühlte, dass ich trotz allem auf dem richtigen Weg war. Vor vielen Jahren wusste ich dann warum, wir sind die, die das System nicht unterstützen, sondern helfen es zu ändern. Wir haben die Kraft, sonst würden wir diese Aufgabe nicht haben. Denn wir kommen in Situationen, wo Menschen, wenn sie wollen, lernen können, wie man sein eigenes „Ich“ leben sollte, selbst denken und fühlen und nicht denken lassen sollte. Weißt Du, es gibt viele Menschen, die stecken sich in Anzüge, weil sie sich minderwertig fühlen, die sind zu bemitleiden, denn sie haben das eigene „Ich“ nicht erkannt und müssen sich herausheben, um nicht übersehen zu werden. Sie brauchen Macht, weil sie ihre nicht entdeckt haben. Wir haben heute eine besondere Zeit, in der sich alles ändert, da werden solche Menschen die fühlen, statt alles zu zerdenken, gebraucht. Höre weiter auf Dein „Ich“ und stärke es, sei selbstbewusst und erkenne es an, als das, was andere erst noch entdecken müssen. Es ist auch eine innere Führung. Damit ich Dich nicht langweile, höre ich jetzt auf zu schreiben. Gerne können wir aber weiter austauschen, so Du das möchtest. Wenn nicht ist das auch ok.

    Namaste
    Tanja

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