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Menschen sind kompliziert: Jetzt weiß ich, warum ich bisher so wenig mit ihnen zu tun hatte!

Warum sind Menschen so kompliziert

Blicke ich auf meine Leben zurück, so dominierte da die Einsamkeit, das Alleinsein, auch wenn ich mir sehr oft wünschte, nicht allein zu sein. Was aktuell in meinem Leben vor sich geht, ist das Gegenteil: Wann immer ich die Möglichkeit habe, mich für das Miteinander zu entscheiden, tue ich es. Ich verlasse immer mehr meinen Elfenbeinturm und trete in Interaktion mit den Menschen, privat wie beruflich, was bei mir sowieso eins ist. 

Bei dieser Öffnung für das „Wir“, in der ich auch wieder mit den unterschiedlichsten Typen von Menschen zu tun habe, wird mir eins deutlich: Menschen sind kompliziert! Und da schließe ich mich natürlich auch mit ein.

Unsere Prägungen aus der Vergangenheit

Wir haben alle unsere Konditionierung, unsere Prägungen aus der Vergangenheit – in Form von komplizierten Eltern, einer komplizierten Kindheit oder anderen komplizierten Lebensumständen. Sie haben uns zu dem gemacht, was wir heute meinen, zu sein.

Dabei verhalten wir uns auf eine bestimmte Art uns Weise, und wissen oft nicht, warum. Wir hassen den Busfahrer, der total unfreundlich ist; oder den Montag, weil wir einen Job machen, der uns nicht gefällt; oder unseren Partner, weil er einfach nur mit einem anderen Menschen ins Bett gegangen ist.

Wir mögen diesen oder jenen Menschen nicht, weil er oder sie einfach dies oder jenes gemacht oder nicht gemacht hat.

So einfach ist die Kompliziertheit der Menschen.

Unsere Interpretationen

Gekrönt wird das Ganze durch unsere Interpretationen. Wir fangen an, zu vermuten, warum der Mensch das wohl gemacht hat. Und dann kommen wir alle meist auf dasselbe hinaus: „Ja! Der/die macht das nur, um mich zu verletzten! Der/die will mich nur benutzen! Der/die kann mich nicht leiden!“

Ob wir da wohl so richtig liegen…

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Wir verarschen uns selbst, mit so fast jedem Gedanken, den wir über uns und unsere Außenwelt pflegen. Wir grenzen uns aus. Scheuen uns vor dem Leben. Ziehen uns so weit zurück, dass wirklich niemand an unseren zerbrechlichen Kern aus Liebe herankommt; nicht mal wir selbst!

Eigentlich traurig.

Die Kompliziertheit ist traurig

Ja, diese Kompliziertheit der Menschen ist echt traurig. Ich meine, was ein Mensch braucht, ist ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und menschliche Nähe, also Nahrung für die Seele. Aufgrund der Kompliziertheit der eigenen Konditionierungen denken die meisten Menschen unserer Gesellschaft, dass sie dabei z.B. zwingend eine Partnerschaft eingehen müssen. Mit Körperkontakt unter Freunden haben es ja viele nicht so.

Das bedeutet, so was wie die Partnerschaft wird oft missbraucht, z.B. für „Ich kann nicht allein sein“ oder „ich sehne mich nach Nähe“. Ein Missbrauch ist es deshalb, weil es dann nach außen so klingt: „Ich liebe dich! Ich brauche dich!“, was ja in Wahrheit gar keine Liebe ist, sondern nur der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit, was ja wiederum völlig normal ist!

Nur ist das ganze System, in dem wir hier leben, nicht so ganz normal. Wir belügen unsere Mitmenschen, ohne dass wir uns dessen bewusst sein müssen, um etwas zu erhalten, was wir brauchen.

Die eigene Liebe teilen

Wir wäre das, wenn wir Liebe, Nähe und Geborgenheit nicht von einem einzigen Menschen – dem Liebespartner – abhängig machen würden; wenn wir unsere Liebe und unsere Sehnsucht nach Berührung freundschaftlich mit allen anderen teilen würden, zu denen wir uns hingezogen fühlen?

Natürlich geht das aktuell nicht, weil wir im Kopf noch so voll mit Vorsichtsmaßnahmen sind, dass es gar nicht in unserem Bewusstsein ist; weil wir uns dann der Gefahr aussetzen, dass wir uns ver-lieben (was etwas anderes als „lieben“ ist), was unsere Verletzlichkeit doch wieder ans Tageslicht bringen würde.

Und das ist wohl der zentrale und einzige Punkt, um den sich die Kompliziertheit der Menschen dreht:

Keiner will verletzt werden.
Keiner will leiden.

Keiner will den Schmerz fühlen, den er oder sie schon seit Jahrzehnten sicher im eigenen Gefühlskeller verwahrt hält.

That’s it.

Lasst uns lieber konsumieren

Dafür lebt ein Großteil der Menschen heute, die wir auf der Straße beobachten können:

„Ein bisschen Leben ist OK. Lasst uns konsumieren, um wenigstens noch ein paar Rezeptoren im Körper zu aktivieren, aber wehe es entsteht echte Nähe, eine echte Berührung des Körpers oder der Seele, das geht zu weit. Lasst uns lieber konsumieren, neue Informationen und Eindrücke anhäufen, um den Verstand zu beschäftigen und uns von den Gefühlen abzulenken. Nicht das auch noch. Das Leben ist schon kompliziert genug.“

Ja, unser System hier ist halt auf Wirtschaftswachstum fixiert, und nicht auf ein harmonisches, friedliches und liebevolles Zusammensein. Deshalb ist es für uns so schwer, etwas an unserer Kompliziertheit zu ändern, selbst wenn sie uns bewusst ist und wir daran etwas verändern wollen.

Oder doch Therapie?

Um die alten Schmerzen aufzulösen, benötigt es eine Therapie. Das Problem ist, das der Mensch sich seine Therapie selbst aussucht. Er hat ein Problem X und vermutet, dass es mit Therapeut Y geheilt werden kann, was jedoch nicht der Fall sein muss.

Ein weiteres Problem ist, dass der Mensch entscheidet, wie lange die Therapie geht und wie tief er oder sie da hinein gehen möchte. So kratzen viele Menschen lediglich am Kern ihrer Kompliziertheit herum, anstatt sie an der Wurzel zu packen und als Ganzes auszumisten.

Das würde jedoch gewaltig weh tun.

Für einen Menschen mit einem 35-Stunden-Job und ein paar Wochen Urlaub im Jahr ist das nicht/kaum möglich. Das wissen auch die Therapeuten, weshalb sie dieses Spiel eingehen, um ihren Lebensunterhalt zu bezahlen. So wird in der klassischen Psychotherapie lang und breit die Lebensgeschichte auseinander genommen, ohne die Kompliziertheit, das Traumata substanziell und ganzheitlich zu lösen.

Ganzheitlich bedeutet für mich z.B. nicht nur in der Psyche, sondern auch auf seelischer und vor allem körperlicher Ebene. Natürlich stehen alle Ebenen in Wechselwirkung, aber ich komme einfach leichter an den Körper heran, wenn ich ihn anfasse, statt ihn über die tausend Filter und Kontrollmechanismen der Psyche mit Worten zu erreichen…

Wieso ist die Arbeit mit dem Körper überhaupt notwendig?

Weil unterdrückte Emotionen sich in Form von Muskelverspannungen im Körper festsetzen. Massiere ich also eine Verspannung, wird die damit verbundene Emotion – meist Wut, Groll und Ärger – freigesetzt, um sie heilen zu können. Ich hab das in dem Artikel „Was ist Bioenergetik?“ näher beschrieben und möchte einfach darauf hinaus, dass eine Therapie erst dann eine wirkliche Therapie ist, wenn sie ganzheitlich auf allen Ebenen des Menschen arbeitet und sich der Mensch selbst dafür verpflichtet.

Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte

In meinem zweiten Buch habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
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Aktuell ist das mit vielen Therapeuten so, dass sie die Menschen einfach nur so weit und auf eine Weise bearbeiten, dass sie im aktuellem System wieder funktionieren. Und das System ist ja nicht auf Liebe, sondern auf Wirtschaftswachstum ausgerichtet.

Veränderungen in der Welt bewirken

Die Theorie für eine Veränderung der Welt wäre nun, wenn es immer mehr Menschen schaffen würden, sich substantiell zu therapieren und ihre Kompliziertheit abzulegen, um somit eine neue Gesellschaft zu formen, die bei dem Spiel von Geld und Profit nicht mehr mitmacht.

Ein System funktioniert nur, wenn jeder Einzelne da mitspielt. Berlin ist für neue Ideen, Protest und Demonstration gegen das Alte ein gutes Beispiel.

Aktuell passiert nach meiner Wahrnehmung dieser Wandel schon. Und auch meine Tätigkeit soll dazu beitragen. Jedenfalls habe ich Freude daran und sehe darin den größten Sinn für mich und die Welt.

Der Kontakt zu den Menschen steht für mich in meiner jetzigen Lebensphase im Vordergrund. So extrovertiert, wie ich teilweise bin, erkenne ich mich selbst nicht wieder. Aber es macht Spaß. Es macht einfach Spaß, wenn ich mich zu einem fremden Menschen setze und anfange, ihn zu massieren. Ja, das hört sich unmöglich an und viele sagen auch „Nein“ dazu (wegen der eigenen Kompliziertheit, du weißt schon).

Aber das ist für mich ein Teil des Wandels. Ich bin auch so ein Mensch, der sich nach Nähe, Kontakt und Geborgenheit sehnt. Und mir ist bewusst geworden, dass ich dafür nicht zwangsweise eine Partnerschaft eingehen und die „Liebe“ nur auf einen Menschen beschränken muss. Mit meinen engsten Freunden – Frauen wie Männer – teile ich diese Nähe schon, nun kommt der Rest der Welt :-)

Post scriptum

Natürlich bleibt auch dieser Artikel nicht vor Interpretationen deiner Kompliziertheit bewahrt, deshalb wollte ich noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass, wenn ich die Wörter Liebe, Nähe, Kontakt und Geborgenheit verwende, diese nichts mit Sex zu tun haben müssen. Ich kann auch liebevoll berühren und dabei einfach nur den Kontakt genießen, ohne sexuelle Absichten zu haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Just do it!

Etabliere das neue „Normal“, das so ist, wie du es dir wünscht.

Ich wünsche viel Freude!

Foto: shellifish / photocase.de

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Autor:

Hallo! Ich arbeite als Lehrer für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Selma, jede Beziehung hat ihren Sinn. Du kannst dir einen Partner nach dem anderen suchen, und dabei vielleicht vor deinen persönlichen Wachstumschritten davonlaufen. Es ist einfacher, zu flüchten, statt an sich zu arbeiten, sich im Spiegel zu erkennen, den der andere einem gibt. Verlege deinen Fokus doch mal darauf, was du aus den Herausforderungen deiner jetzigen Beziehung lernen kannst. Ich empfehle auch das Buch „Liebe sich selbst…„, lg Elias

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  2. Hallo Elias,
    die Idee ist Genial die Umsetzung leider nicht so einfach.
    Leider ist heutzutage die Nähe für viele eher Unangenehm. Ich drücke meine Freunde, oder Menschen die ich mag, immer zur Begrüßung und zum Abschied und selbst da merke ich oft, das viele es nur so über sich ergehen lassen oder versuchen dem Auszuweichen. Und an einer freundschaftlichen Umarmung ist ja nichts schlimmes dran. Es gibt aber auch welche die machen da gerne mit. Ich würde dieser Welt gerne mehr nähe wünschen.

    Die Vorstellung sich zu jemanden zu setzen und ihn einfach zu massieren ist echt lustig. Da würde mich echt interessieren wie du das machst? Wenn du da ein paar Tipps hättest würde ich mich sehr freuen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein offenes, entspanntes und freies WE.

    Lieben Gruß und ne dicke Umarmung

    Mona

    Antworten

    • Hallo Mona, wenn mir der Mensch sympatisch ist, ich den Ipmuls habe oder wir durch das Gespräch auf das Thema kommen, mache ich das einfach. Ich nehme die Hand, massiere mit den Fingen die Innenseite und erkläre was ich da tue, und warum ich das tue. Manchmal ist ja direkt nach kurzer Zeit selbst bei einem fremden Menschen eine große Vertrautheit da, sodass es möglich ist. Es hängt auch immer davon ab, wie sehr man sich selbst und das eigene Herz öffnet.

      Nehmen wir mal an, du würdest das von nun an immer bei deinen Freunden machen, wenn du das Gefühl dazu hast, dann wäre es in deinem Freundeskreis vielleicht nach einiger Zeit schon „normal“ und gar nichts Außergewöhnliches mehr. So geschehen Veränderungen. Ich freue mich darauf :-)

      Antworten

  3. Hallo Elias

    Was soll ich sagen… Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf und spricht mir aus der Seele.
    Hab eine gute Zeit !

    Herzliche Grüße
    Martin

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