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Leserbrief: Soll ich wirklich immer mein Inneres ausleben?

Soll ich mein Inneres ausleben?

Erlaube dir alles zu leben,
was dein Innerstes leben möchte.
Du bist nur deshalb hier.

Diese Zitat von mir sorgte bei einer Leserin für viele Fragen. In diesem Artikel möchte die Fragen und Antworten weitergeben, vielleicht sind sie auch für dich interessant.

Hallo Elias,

ich habe heute Morgen deinen Blog entdeckt und viel darin gelesen. Vieles spricht mich an, vieles muss ich erst begreifen, zu manchem habe ich Fragen. So zum Beispiel zu einem deiner aufgeführten Gedichte.

„Erlaube dir alles zu leben, was dein Innerstes leben möchte. Du bist nur deshalb hier.“

Dabei kam mir die Frage, was mit Menschen ist, die jemand anderen z.B. töten möchten oder ihm sonst irgendwie Schaden oder Schmerzen zufügen wollen. Die den Drang, dies zu tun, in sich spüren. Diese Menschen gibt es ja, zumindest nehme ich an, dass sie es aus einem inneren Antrieb heraus tun.

Es gibt doch sicher Dinge im Innersten, die man vielleicht lieber nicht umsetzen sollte. Oder von was lassen sich die Menschen leiten, die Leid in diese Welt bringen und anderen Menschen Böses wollen, oder zufügen?

Es gibt ja nun einmal Regeln im Leben, die sinnvoll sind: wie tue niemand anderem etwas Böses an. Aber was, wenn das Innerste eines Menschen gerade das tun möchte? Gilt dein Spruch dann auch, oder wie siehst du das?

Ich würde mich auf eine Antwort von dir freuen.

Liebe Grüße Bianca

Liebe Bianca,

deine Auffassung der Worte ist nicht das, was ich mit dem Gedicht ausdrücken will. Meine Absicht des Zitat’s ist es, das volle, konstruktive Potenzial auszuleben, das aber leider jeder Mensch in unterschiedlichen Anteilen versteckt und damit sich selbst, wie auch der Welt, keinen Gefallen tut. Ein Sinn des Lebens ist es also für mich, Verstecktes herauszulassen, Unterdrücktes zu befreien und das eigene Potenzial zu entfalten.

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Das, was wir unterdrücken, können natürlich – wie du schon sagtest – auch Aggressionen, Wut und Hass sein. Aber auch diese Emotionen und Gefühle wollen befreit werden. Würden wir uns nicht davon befreien, haben wir kaum eine Möglichkeit unser wahres Selbst und unser Potenzial zu entfalten. Wir fahren mit „angezogener Handbremse“ und fühlen uns, als würden wir die Welt aus einer Glaskugel betrachten. Unsere Wahrnehmung ist getrübt, weil uns die „Last auf den Schultern“ innerlich zu schaffen macht.

Die Menschen, die unachtsam und verantwortungslos mit ihren aggressiven Emotionen umgehen und diese an ihren Menschen auslassen, handeln unbewusst. Sie wissen nicht, was sie tun und sie kennen auch keine andere Möglichkeit damit umzugehen. Jeder Mensch handelt immer nur so gut, wie er in diesem Moment dazu imstande ist.

Deshalb gibt es solche Regel wie „tue niemand anderem etwas Böses an“ in Wahrheit nicht. Selbst wenn jemand solch eine „Regel“ aufstellt, ist sie für Menschen, die von ihren Emotionen geleitet werden, irrelevant und bedeutungslos, weil sie sich selbst, ihren Taten und ihren Konsequenzen nicht bewusst sind.

Die Konsequenzen entstehen aus den Naturgesetzen des Ausgleichs, die besagen, dass alles in der Balance sein soll. Wie unser Leben von „Gutem“ und von „Schlechtem“ geprägt ist, so ist auch unser Handeln für andere „gut“ oder „schlecht“, egal wie wir selbst dies wahrnehmen. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von gut und böse, weshalb es auch sinnlos wäre, irgendwelche Regeln aufzustellen.

Das Leben selbst kümmert sich um alles. Es führt die Menschen zusammen, die sich aufgrund ihrer Ausstrahlung anziehen. Ein Mensch, dem etwas zustößt, trägt in seinem Innern den (unbewussten) Entschluss, ein „Opfer“ zu sein. Unbewusst bietet er sich so gesehen dem „Täter“ an. Ob dies für jeden Einzelfall gilt, weiß ich nicht. Das kann jeder Mensch für sich selbst reflektieren.

Es trifft meines Erachtens jedoch meist zu, wenn ein Muster zu erkennen ist. Zum Beispiel ein Mensch, der von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle wandert, weil er „zufälligerweise“ immer gemobbt wird. Oder ein Mensch, der von Beziehung zu Beziehung wandert, weil er „zufälligerweise“ immer die gleichen Probleme mit dem Partner hat.

Wie ich es in meinem Buch auch schon erwähnt habe, kann ich wesentlich sicherer durch die dunkle Gasse eines dunklen Bezirks gehen, wenn ich angstfrei bin. In dem Moment, wo ich Angst fühle und die Bilder dazu in meinem Kopf entstehen, mache ich mich zum „Opfer“ und warte auf den „Täter“.

Wenn mir das also öfter passieren würde, dann könnte ich einmal nach innen schauen und mich fragen, warum ich (in diesen oder jenen Situationen) Angst habe. Gibt es Kindheitserfahrungen, die damit zusammenhängen? Kann ich mir selbst beweisen, dass diese Angst heute nur eine Illusion ist? Wie kann ich dabei am besten vorgehen? Als Inspiration dafür empfehle ich auch den Artikel „Dem Leben vertrauen: Lass dich fallen“.

Ich hoffe, ich konnte damit ein wenig Verständnis in die komplexeren Zusammenhänge geben, die unter anderem für das Geschehen in unserem Leben eine Rolle spielen. Letztlich ist das Leben jedoch unberechenbar und unerklärlich, was ja dann auch von Menschenhand erschaffene Regeln für die Allgemeinheit sinnlos macht. Der Mensch kann durch den Spiegel anderer lernen, seine Mitmenschen so zu behandeln, wie er von ihnen selbst behandelt werden möchte.

Vielen Dank für deine umfangreiche Antwort. Ich werde über deine Worte noch etwas nachdenken müssen. Ich tue mich etwas schwer mit dem Gedanken, dass sich beispielsweise ein missbrauchtes Kind, diese Opferrolle, wenn auch unbewußt, dazu entschließt ein Opfer zu sein.

Ich kann an dieser Stelle nur weitergeben, was ich zu diesem Thema an Informationen ausfindig machen konnte. Es ist nicht meine Aufgabe, die Wahrheit zu beweisen, was in diesem Fall ohnehin nicht möglich ist. Es ist meine Aufgabe, Informationen an die Menschen zu vermitteln, die diese für ihr persönliches Wachstum benötigen. Das ist also, was ich dir weitergeben kann.

Wie ich im ersten Buch beschrieben habe, gehe ich davon aus, dass ich eine Seele habe. Dies ist die tiefste Wahrheit, die ich bin. Mein Körper ist demnach nur ein Werkzeug; ein Gefährt, mit dem ich mich in dieser Welt bewegen kann. Bevor ich mich jedoch entschließe zu leben und mich verkörpere, also als Mensch geboren werde, definiere ich, was mein Lebenssinn sein wird. Ich definiere, welche Aufgabe ich als Mensch haben werde, welchen Herausforderungen ich mich stellen möchte und welche Erfahrungen ich machen möchte.

Das Ganze läuft ähnlich wie bei einem Computerprogramm ab. Dieses wird von dem Programmierer Zeile für Zeile geschrieben. Das Programm läuft, sobald es gestartet wird, nach dem festgelegten Schema ab, wie es der Programmierer definiert hat.

Auf die Frage des „Warums“, gibt es für uns wirklich keine Antwort. Warum sollte sich jemand aussuchen, in Afrika aufzuwachsen und zu hungern, oder Eltern wählen, die einen missbrauchen? Diese Frage geht uns im Prinzip nichts an. Denn sie kann nur von dem Menschen beantwortet werden, um den es geht. Letztlich geht es jedoch nur um das Sammeln von Erfahrungen und inneres Wachstum.

Woher nimmst du diese Erkenntnis, wenn diese Entscheidungen doch bei den Menschen unbewußt ablaufen?

Wie gesagt, bevor wir unser Leben begannen, war uns alles bewusst. Die Aufgabe im Leben ist es nun, Bewusstsein über uns selbst wiederzuerlangen. Und dies geht nur, wenn wir Erfahrungen machen, unser Leben reflektieren und daraus lernen.

Und woher weißt du, dass Menschen, die Unrechtes tun, beispielsweise Mörder, sich Ihrer Taten nicht bewußt sind.

Es ist gesunder Menschenverstand, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Dies kann einem Menschen bewusst werden, wenn er „beispielsweise ein Mörder“ ist. Es geht um das Verstehen der Lebensgesetze. Tue Gutes und du ziehst Gutes an. Tue Schlechtes und du ziehst Schlechtes an. Wenn ich mich hierbei bewusst für das Zweite entscheide, OK, dann werde ich irgendwann eine derart große Retourkutsche bekommen, die erstens das verursachte Leid ausgleicht und zweitens meine Chance zur Einsicht erhöht. Letztlich gibt es aber kein Gut und Böse, das ist auch wieder nur eine Erfindung des Menschen. Was für dich Gut und Böse ist, mag für deinen Nachbarn oder einen brasilianischen Dschungelbewohner schon wieder ganz anders sein.

Meinst du nicht, dass es ein grundsätzlich geltendes Gut und Böse doch gibt? Sobald ich einem anderen Menschen leid zufüge, ist es doch etwas, was man an sich nicht gutheißen kann und somit in einer allgemein gültigen Art böse.

Wie gesagt, laut der oben genanntenTheorie haben sich beide diese Rollen ausgesucht, um die Erfahrung zu machen, „Opfer“ wie „Täter“.

Abschließend möchte ich nochmals auf den eigentlichen Gedanken des Zitats aufmerksam machen: Lebe das aus, was aus deinem Inneren kommt und zu deiner Entfaltung beiträgt. Damit meine ich vor allem Fähigkeiten und Talente, einfach Dinge, die du im Herzen gerne tun würdest. Diesen Dingen kannst du u.a. näher kommen, wenn du deinen Weg geht und das Buch „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte“ als Ünterstützung verwendest.

Zum Weiterlesen

Foto: marshi / photocase.com

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich glaube, viele suchen eine Erklärung für das, was auf der Welt passiert, in dem sie immer von den negativen Erscheinungen ausgehen. Das Endprodukt sozusagen. Wir kommen dem Ganzen aber nur auf die Spur, wenn wir mit dem Anfang beginnen. Was ist in mir tief verwurzelt, welches enorme Potential habe ich mitgebracht, das mir ermöglicht, das anzuziehen, was mich weiter bringt. Und weil das die meisten vergessen haben, irren sie durchs Leben und fühlen sich ausgeliefert von den Umständen.
    Und wie du sagtest, in erster Linie kann man nur seinen eigenen Motiven auf die Spur kommen, niemand weiß, welche Geschichte und Absichten jede einzelne andere Seele für sich hat.
    Liebe Grüße
    Sybille

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  2. Hallo Elias!
    Vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe ihn mit Freude gelesen. Aljoscha ;-)

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