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„Ich bin ein Versager“: Wer hat dir das nur beigebracht?

Ich bin ein Versager

Gestern habe ich mal wieder den Film „Little Miss Sunshine“ gesehen. Es ist ein wunderbarer Film, der die unterschiedlichsten Emotionen weckt. Es geht um das Gewinnen und Versagen. Der Film handelt von einer Familie, die sich aus der Not heraus entschließt, eine gemeinsame Busreise anzutreten, um der Tochter zu ermöglichen, an einem Schönheitswettbewerb teilzunehmen, denn ihr größter Wunsch ist, dort als „die Schönste“ gewählt zu werden.

Jeder Wettbewerb lebt davon, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Wir können auch das ganze Leben als einen Wettbewerb sehen, indem wir immer wieder meinen, wir müssten uns beweisen. In der Familie, in der Schule, im Job, in der Partnerschaft, im Sichern der Existenz, usw.

Betrachten wir das, was uns über die Medien suggeriert wird, und die daraus resultierenden Gedanken der Menschen, geht es immer nur ums Gewinnen; darum, besser zu sein als andere, schöner zu sein, mehr zu wissen oder mehr Geld zu besitzen. Wir leben in der westlichen Welt in einer Gesellschaft, in der sich die Menschen anhand von äußerlichen Eigenschaften untereinander bewerten, den einen als Gewinner und den anderen als Verlierer abstempeln.

Wenn wir in solch einer Gesellschaft wie der unseren aufwachsen, ist es selbstverständlich, dass wir selbst dieses kategorische Denken übernehmen. Dann bewerten wir uns selbst und andere anhand dessen, was wir aus unserer Sicht wahrnehmen und was wir gelernt haben. Jeder hat da so seine eigene Vorstellung, was einen Gewinner oder einen Verlierer ausmacht.

Ich möchte dabei das Wort „Vorstellung“ im letzten Satz unterstreichen. Wir haben eine Vorstellung davon, wie etwas zu sein hat, wie andere oder ich sein müssen. Jede Vorstellung ist ein Gedanke und somit eine Illusion.

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In meinem ersten Buch habe ich dieses Thema genauer beschrieben. Es eignet sich hervorragend dafür, wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest.
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Wir können dies jederzeit erkennen, indem wir verstehen, dass es „nur“ Gedanken sind, die wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben und die wir heute nicht länger pflegen müssen. Nur weil alle anderen beim Spiel des Leben als Wettbewerb mitmachen, bedeutet das nicht, das auch wir bei diesem Spiel mitmachen müssen.

Das Leben ist aus meiner Perspektive ein Spiel, bei dem ich die Regeln selbst beeinflussen kann, wenn ich es will. Ich kann das Spiel also auf meine Art und Weise spielen. Es bedeutet also nicht, dass ich mich beweisen muss, mich abrackern muss oder auf irgendeine Art verlieren könnte.

Das Leben bietet lediglich die Möglichkeit, an Erfahrung zu gewinnen. Haben wir die Erfahrung gemacht, wie etwas nicht funktioniert, so könnten wir natürlich sagen, dass wir Versager seien. Da du jedoch auch deine eigene Sicht auf dich und dein Leben beliebig ändern kannst, könntest du diese Bewertung unterlassen und dir einfach sagen:

„Hey, da hab ich jetzt herausgefunden, wie etwas nicht funktioniert oder wie ich etwas nicht geschafft habe. Also muss es einen anderen Weg geben, den ich jetzt noch nicht kenne oder den ich noch nicht gegangen bin. Egal wie etwas auch ausgeht, ich bin danach der gleiche Mensch wie vorher, nur um eine Erfahrung reicher. Ich kann also kein Versager sein, sondern habe nur gewonnen.“

Im Film „Little Miss Sunshine“ ist es der Vater, der sagt: „Es gibt zwei Arten von Menschen, Verlierer und Gewinner“. Das ist jedoch nur ein Gedanke, und wenn wir das glauben, machen wir uns selbst damit nur unzufrieden und unglücklich.

Ich denke, es ist uns selbst überlassen, was wir wirklich glauben wollen. Und so können wir uns für das entscheiden, was sich in uns wirklich als die Wahrheit anfühlt, anstatt das zu glauben, was andere sagen oder was uns über die Medien vermittelt wird.

Es liegt an dir, ob du dieses „Gewinner- und Verlierer-Spiel“ der Gesellschaft mitspielst, dich unter Druck, Stress und Selbstzweifel setzt, oder ob du beginnst, deine eigenen Regeln aufzustellen und dein Leben nach deinen Maßstäben zu leben. Welchen ersten Schritt du dabei gehen kannst, hab ich im Buch „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte“ beschrieben. Und schau dir den Film an, ich kann ihn dir nur empfehlen. Nicht umsonst ist er in meiner Top 10.

Foto: spacejunkie / photocase.com

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Autor:

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Elias,
    ein toller Beitrag und ein sehr emotionaler Film als Grundlage :)
    Ich glaube leider du hast recht, dass es die Gesellschaft ist, die uns in dieses „Gewinner/Verlierer-Denken drückt. Erfolgreiche Menschen werden automatisch als Gewinner abgestempelt, Menschen, die nicht wirklich etwas haben, als Verlierer.

    Für mich sind diejenigen die „Gewinner“, die glücklich sind, viel erlebt haben und das leben zu schätzen wissen. Für mich fällt unter verlieren, sein Leben zu vergeuden, in dem man nach immer mehr materiellen Dingen strebt, am Ende nichts erlebt, aber den Porsche in der Garage stehen hat.

    Aber so ganz generell halte ich nicht so viel davon, Menschen in Gewinner und Verlierer einzuteilen – eher in Menschen, die ihre Chance nutzen und Menschen, die es nicht tun. Ganz ohne Wertung :)

    Liebe Grüße,
    Monya

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