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Gefühle beschreiben: Wie du herausfindest, wie es dir jetzt geht

Für viele Menschen ist es äußert schwer, auch nur annähernd zu bestimmen, wie es ihnen geht oder gar ihre Gefühle zu beschreiben. Das soll sich nun ändern. In diesem Artikel möchte ich dir ein paar einfache, aber sehr wirkungsvolle Wege zeigen, wie du dein inneres Gefühl erkennen und dieses Gefühl beschreiben kannst. Zudem erfährst du, wie du mit deinen Gefühlen konstruktiv umgehen kannst, damit sie dir in deinem Leben und deiner Entwicklung nicht weiter im Wege stehen. Erfahre in diesem Artikel, wie du dein aktuelles Gefühl erkennst, wie auch das Ursprungsgefühl, das tiefer in dir liegt.

Inhalt

  1. Mit der Atmung das Gefühl verstärken
  2. Gefühl beschreiben anhand des Wetters
  3. Das Basisgefühl entlarven
  4. Den richtigen Satz finden
  5. Richtig mit dem Gefühl umgehen
  6. Das Ursprungsgefühl finden
  7. Gefühle beschreiben: Fazit

Gefühl besser erkennen: Mit der Atmung das Gefühl verstärken

Es gibt einen Trick, mit dem du die Verbindung zu deinem Gefühl stärken kannst. Das ist eine tiefe und volle Atmung. Das bedeutet, du atmest tief in den Bauch, füllst ihn voll mit Luft. Dann füllst du noch deinen Brustkorb voll mit Luft. Das machst du so oft es dir guttut.

Achte dabei auf dein Gefühl und was du im Körper wahrnimmst. Höchstwahrscheinlich wirst du merken, wie du dem Gefühl näher und näher kommst. Dann fällt es dir auch viel leichter, es zu bestimmen und folglich das Gefühl zu beschreiben.

Der Hintergrund dieser Atemübung ist, dass dein Körper dadurch mit Energie versorgt wird. Diese Energie wird benötigt, damit du überhaupt in der Lage bist, zu fühlen.

Es gibt Vermeidungsmuster, um Gefühlen aus dem Weg zu gehen, z.B. durch eine flache Atmung, wo nur sehr wenig Sauerstoff in den Körper kommt. Das wollen wir mit der tiefen und vollen Atmung umkehren. Wenn du diesen Prozess in der Tiefe erfahren willst, empfehle ich dir  Atemmeditation, die genau darauf abzielt, dich mit deinen Gefühlen zu verbinden und sie zu lösen. Mehr zu diesem Artikel: „Atemmeditation: Das Wunder des Atems und wie du ihn für deine Lebendigkeit einsetzen kannst“.

Gefühle beschreiben anhand des inneren Wetters

Gefühle beschreiben: Welche Wetterlage entspricht dem Gefühl am ehesten?

Ein erster, eher visueller Weg, das eigene Gefühl zu beschreiben, ist das Wetter. Du kannst schauen, welche Wetterlage deiner jetzigen Stimmung am ehesten entspricht.

Wenn du dich träge und lustlos fühlst, könnte es trübes Regenwetter mit grauen Wolken am Himmel sein, das dein Gefühl am besten beschreibt. Bei Freude und Fröhlichkeit eher Sonnenschein. Versuch dazu eben ein passendes Bild zu finden, bei dem du dein Gefühl nicht nur durch das Wetter bestimmst, sondern eventuell auch durch die Umgebung.

Fühlst du dich aufgeweckt wie ein kalter, erfrischender Bergsee? Oder irgendwie ausgetrocknet und leer wie eine Wüstenlandschaft?

Gefühle beschreiben: Entlarve das Basisgefühl

Nun wird es richtig spannend. Wir beginnen jetzt deinem tatsächlichen Gefühl immer näher zu kommen. Dafür gehen wir die fünf Basisgefühle durch, die sehr oft mit dem Gefühl in Verbindung stehen, das wir im augenblicklichen Moment haben. Diese sind:

  1. Wut
  2. Trauer
  3. Angst
  4. Freude
  5. Scham

Gehe also diese fünf Grundgefühle durch und prüfe, welches dein momentanes Gefühl am besten beschreibt. Fühlst du dich eher wütend, traurig, ängstlich, fröhlich oder beschämt?

Dein Gefühl noch genauer beschreiben: Den richtigen Satz finden

Nachdem du das Hauptgefühl deiner Stimmung bestimmt hast, kannst du damit beginnen, einen Satz entsprechend deinem Gefühl zu bilden, der so beginnt:

„Ich bin wütend/traurig/ängstlich/erfreut/beschämt, weil…“

Nach dem „weil“ fügen wir in den Satz noch den Grund ein, warum wir dieses Gefühl haben. Viele Gefühle, wenn nicht sogar alle, haben einen speziellen Auslöser und somit einen Grund.

Hier ein Beispiel anhand einer Wut, die jetzt da ist. Wir setzen im 2. Teil des Satzes noch ein „Weil“ dazu, um den Grund für das Gefühl zu finden:

„Ich bin so wütend, weil mir schon wieder der Bus vor der Nase weggefahren ist.“

Wenn du den Satz gefunden hast, der dein derzeitiges Gefühl am besten beschreibt, bringt dir das viel Klarheit für die augenblickliche Situation.

Wie gehe ich nun mit dem Gefühl um?

Das Gefühl beschreiben und dann fühlen, ohne zu denken

Das Gefühl beschreiben, identifizieren und dann einfach nur fühlen

Der beste Umgang mit einem Gefühl ist, vollkommen bei dem Gefühl zu bleiben. Du widmest dafür deine volle Aufmerksamkeit deinem Gefühl. Das geht natürlich nur, wenn du aufhörst, weiter darüber nachzudenken. Nachdenken ist nicht Fühlen und hält dich somit nur vom Fühlen ab. Gefühle wollen jedoch einfach nur gefühlt werden und das ist auch der einzige Weg, wie du sie wieder gehen lassen kannst: einfach nur fühlen.

Das tiefere Gefühl erkennen: Das Ursprungsgefühl finden

Wenn du mit dem Durchfühlen fertig bist, kannst du tiefer gehen und den Ursprung des Gefühls finden. Gefühle sind in Schichten aufgebaut und so liegt ein Gefühl auf dem anderen. Sie stehen alle in Beziehung zu einander, oft verknüpft mit einem Gedanken.

Es ist sinnvoll, all diese Schichten nach und nach zu durchfühlen, um schlussendlich zum Ursprungsgefühl durchzustoßen. Wenn du auch dieses Ursprungsgefühl durchfühlst, werden viele weitere Gefühle aufgelöst, die dein Leben sonst erschweren würden.

Wenn du einmal die große Angst vor dem Tod vollständig durchfühlst, werden deine vielen kleinen Ängste im Alltag verschwinden.

Wenn du dich in einer Meditation hinsetzt und den Fokus auf deine Gefühle legst, wirst du automatisch Schicht für Schicht durchfühlen. Das gehört zum natürlichen Selbstheilungsmechanismus. Es kommt immer das Gefühl zum Vorschein, das gerade an der Oberfläche ist. Wie du dabei vorgehen kannst, erfährst du im Artikel „Meditieren lernen“.

Natürlich kannst du dem Ursprungsgefühl auch über die kognitive Ebene näher kommen, indem du dich selbst hinterfragst. Achte dabei jedoch darauf, dass du dich immer wieder auf das Fühlen konzentrierst und die Gefühle geschehen lässt, anstatt die Gefühle nur zu beschreiben.

Versuche dabei mit der Frage „Warum?“ so weit in die Tiefe zu gehen, wie es dir möglich ist. Der Sinn dahinter ist, dass wir zu dem eigentlichen Gefühl in der Tiefe wollen, das der ursprüngliche Auslöser für das Gefühl an der Oberfläche ist.

Der Satz von oben, mit dem du dein Gefühl beschrieben hast, verändert sich dann ein wenig, weil es keinen direkten Auslöser mehr gibt. Deshalb verschwindet das „weil“ wieder und die Sätze können nach dem obigen Beispiel wie folgt aussehen, nachdem wir uns die Frage „Warum?“ stellen:

Auslöser:

„Ich bin so wütend, weil mir schon wieder der Bus vor der Nase weggefahren ist.“

Warum?

„Ich habe Angst, zu spät zur Arbeit zu kommen.“

Warum?

„Ich habe Angst, dass mein Chef sauer auf mich ist“

Warum?

„Ich habe Angst, dass ich meinen Job verliere.“

Warum?

„Ich habe Angst, dass ich in meiner Existenz scheitere.“

Damit sind wir nun in einem sehr existentiellen Gefühl am Ursprung angelangt, das in uns allen tief verankert ist. Die Angst davor, komplett zu scheitern und alles zu verlieren. Diese Existenzangst haben wir alle und sie ist im Prinzip nichts anderes als die Angst vor dem Tod. Sie kann so tief verankert sein, dass wir sie nicht mal wahrnehmen und wir uns dessen nicht bewusst sind. Wenn wir unsere Gefühle beschreiben und sie immer weiter hinterfragen, können wir diese Ursprungsgefühlen identifizieren.

Wenn du jedoch deine Gefühle Schicht für Schicht durchfühlst, gelangst du dort an, z.B. bei der Existenzangst, die tief am Grunde unserer Gefühlswelt liegt. Wenn du auch dieses Gefühl zulässt und es durchfühlst, wirst du merken, dass sich dein Gefühlsleben verändert.

Gefühle beschreiben: Fazit

Mit dieser Vorgehensweise bist du im lebendigen Kontakt mit deinen Gefühlen. Widmest du dich auf diese Weise auch deiner Existenzangst, werden deine Ängste und Sorgen im Alltag weniger. Du bist dadurch in der Lage, dem Leben mehr zu vertrauen und dich selbst zu entfalten.

Weitere Übungen, um dich mit deinen Gefühlen zu verbinden, findest du im Buch „Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte“. Einen intensiven Lehrgang im bewussten Umgang mit deinen Gefühlen findest du im Videokurs. Dort gebe ich all das Wissen weiter, das mir auf meinem Weg zu den Gefühlen geholfen hat.

Diese Übungen, um mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu gehen, sind die ersten Schritte, um Gefühle zu beschreiben. Wenn du weißt, wie es dir geht und du deine Gefühle beschreiben kannst, bist du auch in der Lage, in einen lebendigen Kontakt mit der Umwelt zu gehen und deine Gefühle mitzuteilen.

Hast du Fragen dazu? Stelle sie gerne unten in einem Kommentar oder teile deine Erfahrungen mit dem Umgang und Beschreiben deiner Gefühle.

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Elias, ich glaube mein Ursprungs Gefühl ist tatsächlich die existenzangst. Aber wenn ich das Gefühl zulasse, wird es schlimmer. Weil sich immer schlimmere Szenarien ergeben, je mehr ich darüber nachdenke. Wie kann ich das Gefühl nur zulassen ohne mich reinzusteigern. Vielen Dank für eine Antwort.

    Antworten

    • Hallo Nina, du weißt ja nicht, wie groß deine Existenzangst ist. Ich kann dir sage, dass sie wirklich groß ist. So groß, dass es sich so anfühlen kann, als würdest du eines Todes sterben. Tatsächlich stirbt dabei auch etwas. Aber nichts, dass nicht auch wirklich existiert. Es ist nur die Illusion in deinen Gedanken, die stirbt. Gehst du dadurch, erwartet dich innere Freiheit. Wenn du Hilfe brauchst, melde dich hier: http://www.lebeblog.de/aufwachen/

      Antworten

  2. Lieber Elias,

    mir gefällt dein Hinweis sehr, die Gefühle zuzulassen. Das ist auch meine Erfahrung. Unser Körper verfügt über ein unglaublich wertvolles Sensorium. Seine Empfindungen zuzulassen, hilft uns jedoch nicht nur „sie los zu lassen“, also im Grunde loszuwerden. Nein, sie können sogar zum wichtigsten Wegweiser in unserem Leben werden. Das Problem ist, dass die meisten von uns nie sie Chance bekommen haben, ein gesundes Selbstgefühl zu entwickeln. Das liegt ganz klar an der Erziehung und Sozialisierung dieser Gesellschaft, die es einem Kind meistens verwehrt, dieses ganz einzigartige Selbstgefühl zu entwickeln. Wir lernen einfach, dass negative Empfindungen „falsch“ sind und dass wir sie wegmachen müssen. Meine Erfahrung ist es jedoch, dass gerade in ihnen ein unglaubliches Potential und eine wertvolle Vitalität liegen! Es ist möglich, diese Empfindungen exakt im Körper zu erforschen und dabei zu entdecken, dass wir alle ein ganz eigenes Erleben haben. Dieses ganz eigene Erleben und unser Spürgefühl im Körper macht doch letztendlich unsere Lebendigkeit aus!

    Sophia Domke

    Antworten

  3. Unglaublich hilfreicher Artikel der mir sofort half. 3 Tage quälte ich mich mit einem Thema und jetzt weiss ich warum. Vor allem bin ich das schlechte Gefühl los, mir gehts besser und bin ruhiger und das wichtigste, ich kann mich jetzt verstehen.

    Vielen Dank

    Antworten

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