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Stay Lost: Die Illusion der Selbstfindung

wie finde ich mich selbst

Auf meiner Reise nach Kambodscha im Frühjahr 2014 bin ich Bill begegnet und verbrachte in Siam Reap Zeit mit ihm, um die Gegend und Angkor Wat zu erkunden. Wir waren auf der gleichen Insel in Thailand, nur ein paar Strände voneinander getrennt. Er erzählte, dass ihm auf seiner Reise unzählige Menschen begegnen, die „sich selbst finden möchten“. Das ging ihm irgendwann so auf den Sack, dass er sich vor ein paar Tagen „Stay Lost“ auf seine Füße tätowiert hatte.

„Stay Lost“ ist also seine Antwort auf das große Thema der Selbstfindung: „Viele meinen, sie müssen unbedingt in ein Kloster gehen, meditieren lernen oder an irgendeinem Retreat teilnehmen, um glücklich zu werden, aber das ist für mich verschwendete Zeit.“

Ich frage ihn „Warum?“.Bill antwortete: „Weil ich auch in diesem Moment glücklich sein kann. ‚Verloren zu sein‘ bedeutet für mich glücklich mit dem zu sein, was ich jetzt bin, habe und tue, auch wenn ich nicht weiß, wer ich bin und warum ich etwas tue.“

„Schau dir mal die Geschichte an“, fuhr er fort, „es wurden so viele Dinge erschaffen und entdeckt, nur weil die Menschen ‚verloren waren‘. Hätte Christopher Kolumbus Amerika entdeckt, wenn er sich selbst gefunden hätte?“.

Da hat er recht. Alles, was Menschen tun, folgt letztlich der Motivation, sich selbst zu finden. Je mehr ein Autor schreibt oder ein Künstler malt, desto mehr erfährt er über sich selbst. Das können wir noch weiter verallgemeinern: Je mehr Talente wir in uns entdeckten, entwickeln und ausbauen, desto mehr erfahren wir über unser wahres Potenzial als Mensch.

Dies bringt mich auf die Frage, ob es überhaupt einen Zeitpunkt geben kann, an dem wir sagen könnten: „Ja, jetzt bin ich fertig, ich habe mich selbst gefunden!“

Ich glaube das wird niemals eintreten.

Wie ich in einer LebeMail schon einmal erwähnt habe, ist der Mensch ein multifunktionales Wesen, das im Prinzip alles sein und sich jegliche Fähigkeit aneignen kann. Das bedeutet, das Potenzial unseres Selbst ist so unendlich, wie das Universum, von dem wir ein Teil sind (wenn wir davon ausgehen, das es so was wie Wiedergeburt gibt).

Wenn wir bereits auf dem Wege der Potenzialentfaltung sind, können wir uns in Wahrheit nicht selbst finden. Ich stellte auf meinem Weg zwar fest, „Wow ich kann spirituelle Texte schreiben und Menschen auf ihrem Weg unterstützen“, trotzdem war ich auch Webdesigner und könnte heute genauso gut Fotograf sein (was ein Hobby von mir ist). Ich könnte auch einen ganz neuen Beruf wie Gärtner erlernen und damit leben, nur habe ich dazu gerade keine Lust. Ich tue gerade genau das, was mir am meisten Freude bereitet.

Ich könnte einem Menschen also den Weg der „Selbstfindung“ dann empfehlen, wenn er noch keine Idee hat, welche Tätigkeit seine Passion ist. Dann kann ein Besuch im Kloster und das Erlernen von Meditation helfen, um die richtige Eingebung zu erhalten. Der zweite Schritt ist dann „nur“ noch, diese in Praxis umzusetzen. Und hier scheitern die meisten, weil sie zu sehr Angst davor haben, etwas Neues und Ungewohntes zu wagen. Und natürlich gibt es dann Viele, die vor diesem Schritt flüchten und sich permanent „selbst finden“ möchten, indem sie einen Kurs nach dem anderen belegen und eine Reise nach der anderen antreten.

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Eine echte Selbstfindung gibt es also vielleicht nicht. Es gibt nur eine Idee, etwas zu erschaffen. Und es gibt das Staunen darüber, zu was man selbst imstande ist.

Um auf Bill’s Aussage zurückzukommen, muss ich sagen, dass wir auf beiden Wegen große Taten vollbringen können. Wir können uns bewusst sein, dass großes Potenzial in uns steckt und uns kreativ um diese Entwicklung kümmern.

Wir können aber auch „verloren“ sein und eines Tages ein großes Werk erschaffen haben. Ich stimme mit Bill überein, wenn er sagt, dass ihm die „Selbstfindungsleute“ etwas nerven. Ein permanentes „Sich selbst finden wollen“ ist wahrlich verschwendete Lebenszeit.

„Wo die Angst ist, da ist der Weg“, wie Osho schon sagte. Wer ehrlich zu sich selbst ist, der weiß, was er als Nächstes tun soll; der weiß, wo seine Passion liegt. Ein Retreat oder die Teilnahme in meinem Onlinekurs „Dein neues Leben“ können lediglich dabei helfen, die Sicht auf den eigenen Weg freizulegen. Gehen musst du deinen Weg jedoch immer selbst. Und so hast du stets die Wahl, ein spannendes Leben zu führen, indem du Herausforderungen angehst und dich weiterentwickelst, oder ob du dich durch ständigen Konsum und „Selbstfindung“ davor „drückst“.

Ich kenne viele Menschen, die voller Talente sind, diese zum Teil auch schon umsetzen, sie jedoch der Öffentlichkeit vorenthalten und sich der „Selbstfindung“ widmen. Diesen Menschen kann ich nur sagen: „Stay Lost! Widme dich lieber deinem Können, stell dich deiner Angst und teile dein Wissen mit der Welt! Nur das ist eine Interaktion mit der Welt, die dich und deine Mitmenschen beflügelt.“

Gehe den Weg des Selbstverwirklichers

Nehme mit vielen anderen am Emailkurs teil und bleibe verbunden. Erkenne wer du wirklich bist, komme in deine Kraft und erschaffe ein Leben, das du wirklich liebst.

(Deine Daten werden vertraulich behandelt. Du kannst dich in jeder E-Mail wieder austragen.)

Autor:

Hallo! Ich arbeite als Lehrer für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Elias,
    Super Artikel, trifft den Nagel auf den Kopf.
    Ich bin aktuell auch an einem Punkt Anden ich ins tun kommen muss. Bin aber bereits in der Umsetzung.
    der Artikel bestätigt aber meine eigene Warhnehmung.
    Auf ein Tattoo werde ich aber wohl verzichten

    Antworten

  2. Das ist ein sehr schöner Artikel, hat mir echt im Moment weiter geholfen.
    Danke dafür.
    Alles Liebe

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