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Eine bewusste Sprache für ein aufrichtiges Leben

wer ist man

Was ich bei vielen Menschen beobachten kann, wenn sie angeblich von sich erzählen, ist, dass sie ihr Leben hinter dem kleinen aber wirksamen Wort „man“ verstecken. Ich stelle z.b. die Frage, ob er oder sie gerade glücklich ist und bekomme eine Floskel als Antwort: „Man kann ja nicht immer glücklich sein.“ Wenn es der Person gut geht, würde sie wahrscheinlich antworten: „Ja, mir geht’s super!“ Wo ist der Unterschied und was bewirkt er?

Der Unterschied ist: Wenn es um etwas Negatives geht, wie z.B. Probleme, schlechte Gefühle oder Erlebnisse, sind viele von uns so programmiert, dass sie dies mit dem Wort „man“ von sich weisen.

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Denn wer ist man? „Man“ ist eine undefinierte Gruppe von Individuen, vielleicht ist es die Gesellschaft im Allgemeinen. Es sind auf jeden Fall „Viele“. Mit „man“ weisen wir etwas nicht nur von uns, sondern tun so, als ob es noch vielen anderen genauso geht. Und das hört sich ganz schnell nach unbewusstem Rechtfertigen und Von-sich-weisen an.

Wenn wir uns dies bewusst machen, können wir auch darüber nachdenken, ob in unseren Aussagen wirklich eine Rechtfertigung steckt und ob diese überhaupt notwendig ist. Denn ich glaube, dass sich kein Mensch rechtfertigen muss, wenn er aufrichtig und ehrlich (zu sich selbst) lebt.

Zu dieser Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit gehört für mich, soweit es geht, auf dieses kleine Wort „man“ zu verzichten. Denn wenn ich meine Sätze mit „ich“ und „mir“ formuliere, spreche ich wahrhaftig von mir selbst. Und erst wenn ich von mir selbst spreche, habe ICH die Möglichkeit MICH selbst zu erkennen und zu verändern.

Die Menschen sind bereits schon so geschult, dass sie verstehen, dass wir mit „man“ eigentlich uns selbst meinen. Es ist also eher eine Sache der Ehrlichkeit zu uns selbst, wenn wir statt „man“ lieber „ich“ verwenden. Denn ich kann nur etwas verändern, wenn ich es auch annehme. Mit „man“ weise ich etwas von mir ab, was ich mit „ich“ annehmen kann.

Wenn ein Mensch sich selbst bewusst werden möchte,
sollte er von sich mit „ich“, „mir“ und „mich“ reden.

Bewusste Sprache

Wenn ich mit Menschen rede und sie sprechen die ganze Zeit nur von „man“, muss ich sie unterbrechen und fragen „Wer ist ‚man‘?“, um ein wenig Bewusstheit in die Sprache zu bringen. Eine Ausnahme dabei ist, wenn ein Mensch von Problemen spricht, die er in seiner Verfassung wahrscheinlich (noch) nicht verarbeiten kann. Dann ist das „man“ vielleicht sogar hilfreich, um etwas überhaupt zur Sprache bringen zu können.

In den meisten Fällen jedoch, in denen mir das „man“ auffällt“, ist es ein unbewusstes Sprachverhalten, das aus der Bequemlichkeit praktiziert wird, sich nicht zu unbeliebten Eigenheiten bekennen zu wollen.

Wer also allein über die (eigene) Sprache für mehr Bewusstsein in seinem oder dem Leben von anderen sorgen will, kann nun auf das kleine aber folgenreiche Wort „man“ achten.

Ähnlich ist es auch mit „du“ und „wir“. Wenn manche Menschen von ihren persönlichen Erlebnissen erzählen, kann sich das so anhören: „Und wenn du dann in den eiskalten See springst, kannst du richtig spüren, wie dein ganzer Körper vor Erfrischung zu pochen beginnt.“

Auch hier muss ich demjenigen wieder eine Frage stellen: „Wer jetzt, ich oder du?“

Noch wichtiger ist die Ich-Formulierung, wenn derjenige von seinen negativen Ereignissen und Sichtweisen erzählt. Denn jeder Glaubenssatz, den wir unbewusst hören, hat in unserem Unterbewusstsein solange eine Wirkung auf uns, wie wir diesen nicht auflösen. Verwendet unser Gegenüber die Ich-Form, können wir uns davon besser distanzieren, als wenn er die Du-Form verwendet.

Wenn du Fan des Wortes „man“ bist, wird eine Sprachänderung zu „ich“ einen großen Schub deiner persönlichen Weiterentwicklung bewirken. Du wirst nicht nur sympathischer wirken, weil du aufrichtig und ehrlich auftrittst, sondern du erhälst über deine Worte auch direkt einen Spiegel deines Innenlebens.

Manches Thema im Innern nach Außen zu transportieren ist für mich und viele andere eine Herausforderung. Aber es ist der einzige Weg, Ungelöstes zu lösen, Offenes abzuschließen und Verletztes zu heilen.

Foto: Fräulein.Palindrom / photocase.com

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Autor:

Hallo! Ich arbeite als Lehrer für Selbstverwirklichung und unterstütze Menschen dabei, sich selbst zu finden und ihr wirklich eigenes Leben zu leben. Mein Anliegen ist es, dass du dich komplett lebst mit allem, was in dir veranlagt ist. Erfahre hier mehr über die spannende Reise der Selbsterkenntnis und werde Selbstverwirklicher. // Über mich.

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Elias,

    auch wenn laut Kommentator Prianka jemand, der häufig „ich“ sagt, zum egozentrisch und neurotisch sein neigen soll, kann ich dir nur zustimmen. Ab und zu ein bisschen mehr auf sich selbst schauen ist immer gut.

    Was mir zum Thema „man“ einfällt, ist auch dieser unsägliche Satz: „Das macht man halt so.“ Aargh, da könnt ich an die Decke gehen ;) Wer ist denn dieser „man“ und warum sollte er wissen, wie man es macht??

    Lg
    Steffi

    Antworten

  2. Ich hatte gerade erst einen Artikel in „Psychologie heute“ gelesen, in dem es hieß, dass Personen, die besonders häufig die Wörter „ich“, „mich“, „mir“ verwendeten, auch eher eine egozentrische Persönlichkeit aufwiesen und zum Neurotizismus tendierten. Außerdem stellte sich heraus dass solche eine sprachliche Ichbezogenheit auch auf soziale Ängste und Unzufriedenheit innerhalb der Ehe hinweisen könne. Zudem fielen in einer Studie solche Pobanden, die häufig „ich“ sagten, durch eine stärkere Neigung zu Depressionen auf und litten besonders oft unter interpersonellen Schwierigkeiten.

    Also ich versuche da auch eher immer an mir zu arbeiten und möglichst selten „ich“ zu sagen und somit meinen Gesprächspartner aktiv mit einzubeziehen anstatt die ganze Zeit in einem Monolog nur von mir selbst zu sprechen. Auch bei anderen finde ich das weitaus sympathischer

    Antworten

  3. Sehr gut beobachtet, da kann man Dir vollkommen zustimmen ;-)
    Ein ähnliches Verhalten ist mir bei einem kleinen Jungen aufgefallen, der ein paar Tage bei uns zu Besuch war. Was immer man ihn fragte (nein, besser: was immer ich ihn fragte ;-) ), er antwortete nie konkret. Typisches Beispiel: Ich fragte ihn, ob er lieber dies oder das zu Essen hätte. Schulterzucken. Das mag ja noch normal sein für 10-jährige in fremder Umgebung. Dann fragte ich konkret nach: „Möchtest Du, dass ich Nudeln mit Blognesesoße mache?“ Seine Antwort: „Ich hätte nichts dagegen.“ Schon „Ich habe nichts dagegen“ wäre unkonkret gewesen, aber zusätzlich benutzte er den Konjunktiv, was alles noch schwammiger machte. Ich nehme an, er mochte das Gericht, weiß aber bis heute nicht, ob er es denn nun wirklich gerne mochte oder gerade so ertragen hat. Dies ist nur ein Beispiel.
    Unser Gast schien geradezu Angst zu haben, irgendetwas konkretes in die Welt zu setzen. Vielleicht hatte er Sorgen, bei einem Reinfall (z.B. Nicht-gut-Schmecken des Gerichts) selbst daran Schuld zu sein. Durch eine klare Zustimmung seinerseits wäre er angreifbar geworden, man hätte ihn ggf. zur Rechenschaft ziehen können. Durch unkonkrete Äußerungen blieb ihm das natürlich erspart. So jedenfall erkläre ich mir seine Eigenart.
    Was das mit Deinem Artikel zu tun hat? Nun, auch dieses sprachliche Verhalten geschieht unbewusst und hat doch eine so tiefe Bedeutung.

    Antworten

    • Das hast du vollkommen richtig ergänzt und auch ich kann mich in diesem Jungen wiedererkennen. Danke an die Erinnerung, mich für eine Sache zu entscheiden und es klar auszusprechen!

      Antworten

  4. Da gibt es noch einige weitere Beispiele, die den Wandel der Sprache belegen (u.a. von Erich Fromm angeführt in Haben oder Sein):

    – ich habe Hunger statt ich bin hungrig
    – ich habe Durst statt ich bin durstig
    – mein Automechaniker, mein Zahnarzt,…
    – das kollektive wir statt ich
    – ich hätte gern statt ich möchte gern (beim Bäcker, im Laden,…)

    Genauso verhält es sich auch mit unbewusst angehängten Satzenden wie:
    Weißt du? oder Stimmt’s, Hab ich Recht? und dergleichen. Es ist überaus spannend, das in Gesprächen bei anderen aber vor allem bei sich selbst zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen, aufmerksam auf das zu sein / werden was ich wie sage.

    Viele Grüße!
    Thomas

    Antworten

    • Danke für die Anregungen Thomas, das Buch habe ich mir auch gleich bestellt, weil es mir zum 3. mal begegnet. „Bin“ gespannt :)
      lg, Elias

      Antworten

  5. Hallo Elias,

    schöner Blog! Wird gleich noch abonniert:)

    Dein Artikel über „man“ gefällt mir sehr und ich kann nur unterstreichen, was du sagst. Ich bin seit 16 Jahren im Bereich Kommunikation als Coach unterwegs und kann bestätigen: es macht sosehr einen Unterschied, ob ich von mir selbst oder von irgendeiner unbekannten Allgemeinheit spreche.
    Vor allem, weil ich, wenn ich „ich“ sage, direkt spüren kann, dass das, was ich sage, zu mir gehört. Das Gelingen und das Scheitern und alles dazwischen. Und das macht mich authentisch.

    Und Authentizität scheint uns in diesen Zeiten besonders zu beschäftigen… dazu hab ich schon mehrfach geschrieben, z.B. hier: http://konflikte-entfalten.de/authentisch-sein-eine-tiefe-sehnsucht-unserer-zeit/

    Und, Elias, vielleicht hast du ja Lust, an der Blogparade teilzunehmen: http://konflikte-entfalten.de/einladung-zur-blogparade-authentizitat-und-erwartungen-in-der-dienstleistung-ein-balanceakt/

    Herzliche Grüße
    ina

    Antworten

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